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Okhra – eine der ältesten Farben der Welt

10/05/2012

Schon in der Steinzeit nutzten die Menschen den Ocker als Farbe für ihre Höhlenmalereien. Warm leuchtet er in Tönen von Goldgelb bis Rotbraun. Und eines der berühmtesten Abbaugebiete liegt in der Provence rund um das Dorf Roussillon.

 
Vor den Toren des Ortes hat sich vor rund zehn Jahren die Kooperative “Okhra” gegründet. Dieses “Konservatorium des Ocker” hat verschiedene Aufgaben.

 
Eine Ausstellung im Hauptgebäude liefert viel Wissenswertes über Farben und Pigmente.

 
Für interessierte Laien aber auch ausgebildete Künstler werden Kurse angeboten, z.B. zu alten Maltechniken und der Arbeit mit Pigmenten.

 
Die ehemalige Fabrik Mathieu wurde erhalten, um die verschiedenen Produktionsstadien vom pigmenthaltigen Sand bis zu den verschiedenen Farbtönen zu demonstrieren. Als Besucher kann man sich einer Gruppenführung anschließen oder mit einem Faltblatt dem Lehrpfad folgen. Die einzelnen Stationen sind knapp und gut verständlich erläutert.

Das Ockerpigment ist an Sand gebunden und muss von ihm getrennt werden.
Dazu wird ein Wasser-Sand-Gemisch in Steinrinnen gepumpt.

 
Das leichte Pigment verteilt sich im Wasser, während der Sand absinkt. Die pigmenthaltige Brühe fließt durch Überläufe ab.

 

 
In mehreren Becken kann sich das Pigment über Nacht absetzen.

 
Die feuchte Schichte wird in Blöcke geschnitten, die an der Sonne trocknen.
Der Teil, der als roter Ocker Verwendung finden soll, wird im großen Ofen gebrannt.

 
Die getrockneten Blöcke müssen gemahlen werden.

 

 
Anschließend wird das Mahlgut in einer Rüttelanlage gesiebt und dadurch in verschieden grobe Partien aufgeteilt. Was zu grob ist, kommt wieder in die Mühle.

 
Der fein gemahlene Ocker wird in Säcke abgefüllt.

 
Die Elektroinstallationen früherer Zeiten waren schon abenteuerlich.

 
Ganz früher wurde der Ocker auch in Fässer gepresst und so transportiert.

 
Die Arbeitsbedingungen im Staub kann man sich gut vorstellen, wenn man die Installation einer Künstlerin mit Original Arbeitskitteln (und außerdem noch farbigen Tüchern und Ockersäcken) sieht.

 
Das aufwändige Verfahren, Ocker aus Sand auszuschlämmen, wird heute nur noch in geringen Mengen durchgeführt. Statt dessen wird der meiste Ocker auf künstlicher Basis hergestellt.

 
Und die Produkte können natürlich im Laden der Kooperative erstanden werden, neben Pinseln, Malzubehör und Büchern. Ein Döschen musste ich mir einfach mitnehmen. Ausprobiert habe ich den roten Ocker allerdings noch nicht.

 

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One Comment leave one →
  1. 10/05/2012 21:43

    Was du so alles siehst unterwegs, ich bin begeistert, Uta!
    Da hätte ich auch nicht widerstehen können und eine Dose mitgenommen! :-)

    ..grüßt dich Monika

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