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Auf nach Ungarn (8)

12/05/2013

Blick Richtung Puszta

Ungarn ist ein weites Land, ein landwirtschaftlich geprägtes Land.
Riesige Felder breiten sich rechts und links der Landstraße, die sich schnurgerade bis zum Horizont zieht.
Verstreute Dörfer. Blühende Obstbäume und Grünstreifen säumen den Asphaltstreifen, dahinter, aufgereiht wie Perlen, die kleinen Häuser mit ihren Gemüsegärten.

 

 

 

 
Das Navi schickt uns über eine unbefestigte Straße, sandig, ausgefahren. Nach einem Kilometer beschließen wir umzukehren und lieber die etwas längere Strecke zu nehmen.
Immerhin, wir haben die ersten (und auch einzigen) Gänse des Urlaubs gesehen. Eine kleine Farm mit eingezäuntem Freigelände.

 

 

 
Wir kommen in die große ungarische Tiefebene, nähern uns der Puszta. Ein Musterbeispiel ist die Bugac-Puszta, ein Biosphärenreservat, das zum Kiskunság-Nationalpark nahe Kecskemét gehört. Dort gibt es ein Hirten-Museum und Wagenfahrten in die Puszta. Wenn Saison ist. Wir waren – wie früher schon festgestellt – zu früh im Jahr unterwegs und haben nur ein paar Blicke in die Ebene geschickt.

 

 

 

 

 

LandFahrer

11/05/2013

 
Kilometer um Kilometer
Richtung Südsüdost
die Weite geteilt
in Erdbraun links
Getreidegrün rechts

flache Wellen
von denen
Staub aufsteigt
wo ein Bauer seine
Saatfurchen zieht

weiter und weiter
und irgendwo ein
Halt am Straßenrand

ich lege meine Hand
auf die raue Rinde
des Ahorns
wie lässt es sich
leben hier

 

Auf nach Ungarn (7)

10/05/2013

Mittags in Veszprém

Burgviertel, Kopfsteinpflaster. Wie schaffen es die jungen, durchgestylten Frauen, ihren Weg auf Stöckelschuhen zu machen ohne umzuknicken? Klick, klick, klick.
Sie fallen auf, im Gegensatz zu den flachen Ballerinas oder den Sportschuhen, die leise über die Steine huschen.

 

 
Veszprém, nördlich des Balaton, ist die Hauptstadt des Bezirks, ist Universitätsstadt, eine der ältesten Städte Ungarns, war eine der bedeutendsten.
Immer wieder zerstört durch Feuer, Kriege, Erdbeben, immer wieder aufgebaut. Auch hier herrscht der Barockstil vor, irgendwie kommen mir die Fassaden langsam bekannt vor.
Auf dem Burgberg ist die Kirchendichte hoch, dazu das Erzbischöfliche Palais, da ahnt man, wer hier das Sagen hatte.
 

 

 

 
An vielen Hauswänden lese ich auf Tafeln das Wort “müemlék” und vermute “Denkmal”. Hier, wie auch in anderen Städten, ist vieles geschützt, wird renoviert und bewahrt.
Immer wieder sehe ich Kränze mit Bändern in den Landesfarben, schon etwas vertrocknet, aber noch nicht alt. Im Reiseführer steht: Nationalfeiertag ist der 15. März.

 

 

 
Wir sitzen zum Mittagessen an einem Bistrotisch im Freien, sind froh – wieder einmal – über eine deutsche Speisekarte und bestellen Gebratenes. Die Ungarn lieben es paniert: dünn, knackig-hart, dunkel. Und lecker.
Wir genießen einen Espresso als Abschluss, schauen noch eine Weile den Menschen zu, die vorbeiziehen. Viele junge Leute, weniger ältere. Modische Kleidung, sportliche Kleidung, eigentlich sieht es aus, wie bei uns. Was habe ich erwartet?
Auch hier gibt es dieselben Ladenketten wie in Deutschland, dieselben Discounter, Supermärkte, Baumärkte. Wir lesen Aldi und Lidl, dm und Rossmann, Obi, Ikea und andere. Dazu kommen große Supermärkte von Auchan (aus Frankreich) und Tesco (aus Großbritannien). Globalisierung eben.

 

 

 

Auf nach Ungarn (6)

09/05/2013

Nachmittags in Tihany

Der Balaton ist wie eine liegende Dame mit eingeschnürter Taille, eine Halbinsel ragt in den See: Tihany mit dem gleichnamigen Ort.
Wir fahren zuerst bis an die Landspitze, an der eine Fähre die beiden Seeseiten verbindet.

 

 

 
Das Dorf liegt auf einer Anhöhe, schon von weitem sehen wir die beiden Türme der Abtei, die alles überragt.

 

 
Auf dem Parkplatz am Ortseingang stehen Autos aus Ungarn, Deutschland, den Niederlanden. Mehrere Busse reihen sich am Rand auf. Ein Pulk Chinesen zieht mit ihrem Reiseleiter vor uns die Hauptstraße entlang. Wir biegen seitlich ab.
In den wenigen Gassen des alten Dorfes stehen restaurierte Fischerhäuser, reetgedeckt, weißgekalkt, Blumen neben den Haustüren. Hier gibt es alles, was das Touristenherz begehrt: Andenken, Postkarten, Keramik, Gewürzpaprika, Wein. Trotz des Rummels ist es einfach hübsch hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf nach Ungarn (5)

08/05/2013

Mittags in Keszthely

Wir fahren vorbei an blühenden Obstbäumen, Gärten, in denen Frauen in Kittelschürzen über die Erde gebeugt arbeiten, durch Dörfer, in denen sich die Häuser an der Hauptstraße aufreihen. Die Sonne scheint.
Wir fahren durch eine kleine Stadt, richten uns nach den Hinweisschildern und parken am Strandbad. Gehen ein paar Schritte und stehen am Balaton, dem Plattensee.

 

 
Weiter Blick, flaches Land, Schilf, Schwäne und einige wenige Touristen. Die Saison hat noch nicht begonnen, wir können ohne Eintrittsgelder bis ans Wasser gelangen. Schauen, Bummeln, alles in Ruhe und ohne das Gedränge, das hier im Sommer herrschen soll.

 

 

 

 

 
Durch einen Park schlendern wir ins Stadtzentrum, es ist Mittag und wir haben Hunger.

 

 

 
Und wieder viel Barock. Ein großer Platz, eine breite Fußgängerzone mit Geschäften und Lokalen, am Ende ein weiterer Park mit einem Schloss, der Sehenswürdigkeit Keszthelys (wir haben es nicht besichtigt, sind nur durch den Park geschlendert).

 

 

 

 

 
Und dann die Entscheidung: Wo wollen wir essen? Was wollen wir essen.
Wir stellen fest: Pizza hat Europa erobert, steht auch hier auf den Speisekarten. Was sich hinter “szalámi” und “paprika” verbirgt, ist uns klar. Aber was bedeuten “sonka” oder “fokhagyma”?
Egal, wir bestellen und sind gespannt, was sich auf den Teigscheiben finden wird.
Und dann finden wir etwas anderes: Im zweiten Teil der Speisekarten-Mappe ist alles übersetzt, so dass wir lernen: “sonka” ist Schinken und “fokhagyma” Knoblauch. Unsere Pizza wird uns also schmecken, keine Frage.

 

 

Auf nach Ungarn (4)

07/05/2013

Mittags in Sopron

Vor dem Restaurant weist eine Schiefertafel, beschriftet mit Kreide, das Tagesmenü aus. Auf Ungarisch. Die Vorspeise ist für mich nicht zu entziffern, aber Hauptgericht und Dessert kann ich – zumindest teilweise – erraten: Irgendwas mit Pörkölt, was unserem Gulasch entspricht, und eine gefüllte Palatschinke, also ein hauchdünner Pfannkuchen hinterher. Das klingt gut, also nix wie rein. Verblüffend der Preis: 1500 Forint entsprechen etwa 5 Euro.

 

 
Aus dem Restaurantfenster fällt der Blick auf den Fö Ter, den Hauptplatz der Altstadt.
Sopron ist eine der ältesten Städte Ungarns, fiel im 17. Jahrhundert einer Feuersbrunst zum Opfer und wurde im Stil des Barock wieder aufgebaut. Die Altstadt ist auch heute noch davon geprägt.
Viele der alten Häuser sind liebevoll restauriert, an anderen stehen die Gerüste und man hört im Inneren Hämmern und Bohren. Auf den Straßen ist es recht ruhig, wenige Autos fahren in der Altstadt. Wir konnten also ganz entspannt über das Kopfsteinpflaster bummeln.

Fangen wir am zentralen Platz mit der Pestsäule an.

 

 
Und weiter geht es durch die Gassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Das Wahrzeichen Soprons ist der Feuerturm, ein 61 Meter hoher Stadtturm, von dem in früheren Zeiten aus die Stadt überwacht wurde, damit weder Feuer noch Feinde ihr gefährlich werden konnten.
Der Grundstein wurde bereits in der Römerzeit gelegt, dann ist er im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erweitert worden, so dass von unten nach oben verschiedene Baustile zu erkennen sind (romanischer Quader unten, darauf ein Stück Renaissance, ein barockes Oberteil mit Turmhaube).

 

 

 
Und so sind wir wieder am Ende unseres Rundgang auf dem Fö Ter angekommen.
Das Haus links ist das Restaurant, in dem wir mittags deftig gegessen haben. Die Vorspeise war übrigens eine herzhafte Suppe mit Bohnen, Kartoffeln und Speck.

 

 

 

Auf nach Ungarn (3)

06/05/2013

Mittags in Melk

Nieselregen auf Kopfsteinpflaster. Über allem thront das Kloster, sonnengelb und stark.
Auf der abschüssigen Geschäftsstraße ein alter Porsche mit Ralley-Nummer an der Seite vor einer Pizzeria.
Tische und Stühle draußen zusammengeschoben.
Das Porscheheck verkratzt, zerdellt.
Menschen stehen herum, starren.
An einer Hauswand Lackschrammen.
Da war wohl einer zu schnell, hat sich verschätzt auf feuchtem Kopfsteinpflaster.
Gut, dass es regnet und die Tische nicht besetzt waren.

* * * * *

Die Ralley war übrigens die Wachau Historic 2013:

 

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