Dorfleben

In einem Dorf leben – am Dorfleben teilhaben – das Dorfleben mit gestalten.

Das beschreibt mit kurzen Worten die Entwicklung, der ich mich in den letzten gut fünfzehn Jahren ausgesetzt sah (und immer noch sehe). Und zwar mit einem guten Gefühl, das möchte ich klarstellen.

Aus einer ganz anderen Region sind wir in ein Dorf mit knapp 500 Einwohnern gezogen. Wir kannten niemanden, hatten keinerlei Wurzeln in der Gegend, waren durch Beruf und Hauskauf dort gelandet. Die Nachbarn nahmen uns freundlich auf, man schwatzte über den Gartenzaun, trank gemeinsam eine Tasse Kaffee am Vormittag oder ein Bier am Abend, lebte ansonsten sein Leben.

In einem Dorf gibt es Vereine (und bei uns gleich mehrere). Und Vereine veranstalten Feste (sie wollen ein bisschen Geld in ihre Kasse spülen). Das Feuerwehrfest mit Tanz am Samstagabend und Frühschoppen am Sonntag ist bei Jung und Alt beliebt, ebenso wie das Osterfeuer, das die Jugendfeuerwehr organisiert. Der Männergesangverein bewirtet beim monatlichen Stammtisch, der Dorfverein kümmert sich um Sommerfeste, Martinszüge, Weihnachtstage und mehr. Und weil das alles zu Fuß erreichbar ist, geht man natürlich gerne dort hin.

Und wenn man dann die Menschen im Dorf näher kennt, ist es nur noch ein kleiner Schritt und selbst ein Vereinsmuffel, wie ich einer war, landet auf der Mitgliederliste des Dorfvereins und kurz danach im Vorstand. Irgendwann wurde mir bewusst, dass das nichts anderes ist, als das viel gepriesene ehrenamtliche Engagement. Huch !

Inzwischen möchte ich ohne dieses Engagement nicht mehr sein. Ich kümmere mich seit ein paar Jahren um die Homepage unseres Dorfes, schicke in unregelmäßigen Abständen Newsletter über die aktuellen Termine und Aktivitäten an die Abonnenten, informiere auch mal die Presse und packe mit an, wenn Arbeitseinsatz angesagt ist.

Und das neueste Projekt: „Treffpunkt Kaffeetafel“ – Wir wollen eine monatliche Begegnungsmöglichkeit für Alt und Jung ins Leben rufen (Start nächste Woche Freitag), ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen mit einer „Bunten Viertelstunde“ zwischendrin. Eine Gruppe engagierter Freiwilliger (ich offizielle vorneweg) kümmert sich und hofft, dass das Angebot auch angenommen wird.

Eigentlich brauche ich mich nicht zu wundern, dass die Zeit zum Schreiben (vor allem für längere Texte, siehe gestriger Blogeintrag) fehlt. Aber der Grund für diesen Zeitmangel, der ist doch ein sehr positiver.

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