Zu mir kommen

Sollte – müsste – könnte.
Es gibt viel zu tun, wenn man alles erledigen, alles schaffen will, was sich einem vor die Füße wirft und was man selber aufsammelt.

Ich habe – glaube ich – schon erwähnt, dass ich lernen möchte, mich zu konzentrieren.
Konzentrieren kann ich mich eigentlich schon. Wenn ich an einer Sache dran bin, die mich interessiert, die mir Freude macht, dann bleibe ich dabei, den Fokus auf diese Sache gerichtet.
Aber es gibt so vieles, so verschiedene Dinge, die ich machen möchte – sollte – könnte. Die machen sich gegenseitig die Zeit streitig – manchmal mit dem Effekt, dass ich alles einfach liegen lasse.
Konzentration meint also für mich gerade: Entscheide dich, was du wirklich machen willst. Und das tu dann auch. Nicht hier ein wenig und dort ein bisschen.
Wie finde ich allerdings heraus, was mir wirklich wichtig ist? Und zwar möglichst schnell.

Und hier schlägt mal wieder ein bekanntes Phänomen zu:
Wenn unsere Gedanken – bewusst oder unbewusst – mit einem Thema beschäftigt sind, werden die Sinne darauf ausgerichtet. Und plötzlich scheint sich unsere Umwelt ebenfalls mit diesem Thema zu beschäftigen. Artikel in Zeitungen, Beiträge im Fernsehen, Bücher, Mitmenschen. Wir nehmen selektiv wahr, was gerade passend ist.

Mir ist vor zwei Tagen in der Bibliothek ein Buch über Meditation in die Finger gefallen. Der Titel allein ließ es mich schmunzelnd ausleihen und jetzt lese ich gespannt darin:

Meditation für Neugierige und Ungeduldige.

(Sybille Engels, Jan Eßwein; München: Gräfe und Unzer 2008)

Eine Gruppe von JournalistInnen hat sich dem Thema von ganz verschiedenen Seiten genähert, hat recherchiert, Selbstversuche gestartet und zusammen mit einem Wissenschaftler und Fachmann (für eine bestimmte Meditationsrichtung) das Buch geschrieben. Und zwar in einerseits sehr unterhaltsamer Weise, andererseits steckt es voller Informationen (z.B. zu wissenschaftlichen Studien über Meditation) und alltagstauglicher Anleitungen. Keine Esoterik, kein „spirituelles Marketing“, wie es die AutorInnen nennen. Handfeste Übungen, um aus dem Stress auszusteigen, um Kraft zu tanken, Gelassenheit zu entwickeln.

Ich denke, morgen werde ich es fertig gelesen haben. Und dann werde ich die Achtsamkeitsmeditation ausprobieren.
Für eine begrenzte Zeit aus dem Strom unserer Gedanken, der uns von einer Aktion zur nächsten treibt, aussteigen, um ganz bei sich zu sein – das klingt einfach gut und richtig.
Und wer weiß, wohin es mich führt.

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5 Gedanken zu “Zu mir kommen

  1. Mir geht es ähnlich wie dir, liebe Uta.

    Im Prinzip kann man ja immer nur eine Sache zu 100 % machen. Aber was tun, wenn da noch so viele Dinge sind, die man einerseits tun möchte und andererseits tun muss. Vielleicht kann man zwei Dinge mal miteinander verbinden, aber dann sind noch genug andere Dinge da. 🙂 Manchmal denke ich, dass es Menschen einfacher haben, die nur eine Sache tun wollen oder tun können. ABER… will ICH das? Definitiv nein. 🙂 Die Vielseitigkeit gehört zu mir.

    Die Lösung wäre vermutlich tatsächlich „Konzentration“. Was ja nicht unbedingt heißt, sich für immer nur auf eins zu konzentrieren. Sondern während man das Eine tut, nicht daran denken, was man gerade noch alles tun möchte, um dann vor lauter Unkonzentriert- und Verwirrtheit lieber gar nix zu tun. (Bin ich Meister drin.) Das erschöpft nämlich enorm, finde ich. Entscheidungen treffen, für den Moment und sie konzentriert durchziehen. *seufz* 🙂 Entscheidungen treffen, das ist es, das mir immer wieder schwerfällt. Entscheide ich mich für eine Sache, fühlt es sich an, als würde ich mich gegen all die anderen Dinge entscheiden. 🙂

    „Wie finde ich allerdings heraus, was mir wirklich wichtig ist?“
    Vielleicht muss man das gar nicht, gleich herausfinden, was einem wirklich wichtig ist. Ich glaube, wichtig ist, einfach eine Entscheidung zu treffen. Die Perfektion außen vor lassen, die uns im inneren suggeriert, dass die Entscheidung, die wir jetzt treffen, auch sofort die richtige sein muss. Mir hat mal mein früherer Chef gesagt, es sei nicht wichtig immer die richtige Entscheidung zu treffen, sondern sich überhaupt zu entscheiden. Ansonsten kommt man nicht weiter. 🙂 Recht hatte er. Vieles ergibt sich dann mit der Zeit, wenn man Geduld hat 🙂 Auf jeden Fall macht es wesentlich zufriedener, sich zu entscheiden und dann zu handeln, statt nur zu grübeln, habe ich festgestellt. 🙂

    Bei Meditation bin ich immer hin- und hergerissen. Ich glaube, dass sie wirklich guttut. Den Fokus nach Innen richten, Ruhe finden und Kraft schöpfen. Wenn ich nicht immer so ungeduldig wäre. 🙂 In der Zeit könnte ich doch auch schon eins von den vielen anderen Dingen tun. :mrgeen:

    Ich bin gespannt, was du zu berichten hast.

    Liebe Grüße,
    Martina

    1. wichtig, sich überhaupt zu entscheiden – ja, da kann ich zustimmen
      wenn man merkt, dass die Entscheidung nicht optimal war (oder gar falsch), kann man sie korrigieren
      entscheidet man sich nicht und bleibt starr stehen, passiert gar nichts *nickt*

      gerade um dieses „immer etwas tun müssen“ geht es auch bei der Meditation
      wir sind gehetzt, weil „tun“ in unserer Welt einen hohen Stellenwert hat, „sein“ aber nicht, das klingt nach Faulheit und dementsprechend negativ
      ich glaube, wir müssen unsere Einstellung dazu ändern
      wir brauchen diese Zeiten des „nicht-tun“, wir können dabei Kraft tanken und Gelassenheit
      und das ist sicher von Vorteil, wenn es wieder ums „tun“ geht

      bei der Achtsamkeits-Meditation geht es darum, sich selbst zu spüren, beginnend mit dem Atem, der ja immer da ist
      ich muss einiges ein zweites Mal lesen (und werde mir wohl auch ein anderes Buch, sozusagen eine der Quellen des gerade gelesenen, kaufen) – und dann nehme ich mir die Zeit für (regelmäßige) Meditationen
      ich denke, durch die Konzentration, Sammlung, dieses Aus-der-Zeit-treten, werde ich anschließend wieder mit Elan an Aufgaben gehen, die ich im Moment vor mir her schiebe
      oder ich weiß, dass diese Aufgaben nicht erfüllt zu werden brauchen (weil sie z.B. nicht meine sind, weil sie überflüssig sind oder so) – und das erleichtert dann ebenfalls

      ich werde garantiert berichten

      lieben Gruß
      Uta

      P.S.: der kleine grüne ist süß

  2. Vielleicht wäre dieses Buch etwas für dich: „du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend träume hast“ von Barbara sher?
    Ja, Gedanken, fragen die ich nur zu gut kenne… die jetzt aber in den Hintergrund getreten sind…

    Herzliche grüße
    Und bitte nicht böse sein, weil ich wenig kommentieren, aber lese regelmäßig dank dem Google reader und smartphone
    Doreen

    1. danke dir für den Tipp, Doreen – ich hab das Buch auf meinen Wunschzettel gepackt

      und wenn jemand einen guten Grund hat, wenig zu kommentieren, dann ja wohl du 😉
      nebenbei: ich bin gerade auch kaum auf Blogrunde – solche Zeiten gibt’s immer wieder

      lieben Gruß
      Uta

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