Erntesegen

Dieses Jahr ist ein Apfeljahr. Auch bei uns. Zwei alte Bäume stehen in unserem Garten, standen schon dort, als wir das Haus kauften. Der eine vermutlich ein Boskop, der andere ein Ontario, beide hängen in diesem Jahr so voll, dass ich Angst hatte, die Äste würden brechen.

Letzten Montag (Feiertag) haben wir beide vorsichtig geschüttelt und gesammelt, was herunterfiel. Mehrere Wäschewannen voll stehen im Keller (so sechs oder sieben), etwa die gleiche Menge Äpfel schaukelt noch sanft an den Ästen.
Am Sonntag dann die Frage: Was machen wir mit dieser reichen Ernte?
Bei uns in der Gegend gibt es zwar eine Saftpresse, zu der man sein Obst fahren kann, ich weiß aber von der Nachbarin, dass die meist schon früh ausgelastet ist und dann nichts mehr annimmt.
Konsequenzen: Selber verarbeiten. Aber was soll ich mit Zentnerweise Apfelmus? Nächste Konsequenz: Selber Saft machen.

Mein Schatz hat natürlich gleich im Internet gestöbert, wie das mit kleinen Saftpressen für den Hausgebrauch ist. Unter hundert Euro ist nichts drin, eher teurer. Und das ist einfach zu viel, wenn man nicht weiß, ob man das je wieder machen möchte.
Noch eine Konsequenz: Schatz denkt über das Prinzip „Presse“ nach und kauft am Dienstag im Baumarkt ein. Ein Wasserrohr und den dazugehörigen Muffenstopfen (ja, so heißt das) für weniger als zehn Euro. Dann hat er im Keller gearbeitet und was dabei herausgekommen ist, haben wir heute in Betrieb genommen.

Erste Fuhre: ca. 12 bis 13 Kilo Äpfel.

Äpfel waschen, dann grob kleinschneiden (davon gibt’s kein Foto, weil wir beide schmierige Finger hatten).

Anschließend mit der Küchenmaschine fein häckseln, also nicht ganz zu Brei aber fast.

Und hier das Wunderwerk der Mechanik, unsere Selbstbau-Presse:

Das Wasserrohr wurde angebohrt, damit der Saft auslaufen kann, aus alter Gardinen-Gaze habe ich einen Press-Sack genäht.

Sack gefüllt und Stempel aus Holz aufsetzen.

Gepresst wird mit einem Wagenheber, angetrieben durch den Akkuschrauber. Aber ganz langsam, damit es läuft und nicht durch die Küche spritzt.

Und es läuft der Saft, der allerdings nicht hell ist sondern braun.

Der Presskuchen wandert auf den Kompost. (Obwohl man damit wahrscheinlich noch eine Maische ansetzen, vergären und Obstler draus brennen könnte. Aber soweit sind wir noch nicht.)

Erstmal frisch abgefüllt und probiert: Lecker !!!

Insgesamt haben wir rund dreieinhalb Liter Saft aus den Äpfeln herausgequetscht.
Kann frisch getrunken werden – ist allerdings recht sauer.
Und morgen koche ich von einem Teil Apfelgelee.

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7 Gedanken zu “Erntesegen

  1. Wow, was für eine Arbeit und was für eine Ingenieurskunst. Bin beeindruckt. Der Saft schmeckt sicher um Längen besser als gekaufter. Na denn: PROST. Liebe grüße doreen

    1. na ja, er ist arg sauer, der Saft
      aber als Apfelgelee schmeckt er gut
      inzwischen haben wir genug Glasflaschen mit Schraubverschluss aus Metall (extra eine andere Wassersorte gekauft) – jetzt kann in größerem Maßstab gepresst und anschließend sterilisiert werden (wenn Zeit ist), dann haben wir den ganzen Winter etwas davon

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