Erinnerung – was ist das

Wikipedia sagt: Erinnerung ist das mentale Wiedererleben früherer Erlebnisse und Erfahrungen.
Das kann bewusst ausgelöst werden, wenn ich mich erinnern möchte an eine Episode, oder das Erinnern wird angestoßen durch ein aktuelles Erlebnis, durch ein Wort, einen Geruch, Töne, Bilder.
Manche Erinnerungen sind klar und deutlich, voller Details, wie ein Film. Andere sind diffus, bruchstückhaft, vage.
Eine Erinnerung kann die nächste nach sich ziehen, viele ähnliche Erlebnisse werden zu einem Erinnerungsklumpen, so dass man sie nicht mehr einzeln auseinander halten kann.
Der Teil des Langzeitgedächtnisses, der für Erinnerungen an Erlebnisse und Erfahrungen (im Gegensatz zu Wissen) zuständig ist, wird episodisches Gedächtnis genannt.

 
Die Episoden, die Erfahrungen aus unserem Leben werden mit dem Kontext zusammen gespeichert, in dem sie erlebt wurden. Wenn wir also unseren ersten Kuss bekamen, während „If you leave me now“ von Chicago aus den Lautsprecherboxen klang, dann wird uns das Lied immer an diese Situation erinnern. Und wenn die erste Fahrt durch eine kleine Hafenstadt von Ekel erregendem Gestank nach vergammeltem Fisch begleitet wurde, dann werden wir jedes Mal, wenn wir an die Stadt denken, diesen Geruch in der Nase verspüren oder beim Gestank nach altem Fisch wieder an den Urlaub im Norden denken.
Diese Verbindung mit dem Kontext, dem Bezugsrahmen nutzen wir, wenn wir uns an etwas erinnern wollen, was wir getan haben oder tun wollen. Wie oft bin ich in den Keller gegangen, habe nebenbei schnell die Waschmaschine angeschaltet und wusste anschließend nicht mehr, was der eigentliche Grund für den Weg war. Also zurück in die Küche und schon fiel mir ein, dass ich Salz zum Kochen brauchte.

 
Erinnerungen können uns täuschen. Das zeigt sich unter anderem bei Zeugenaussagen. Verschiedene Zeugen beschreiben z.B. einen Unfall oder einen Täter völlig unterschiedlich. Wir vermischen in unserer Erinnerung verschiedene Erlebnisse miteinander oder glauben uns an etwas zu erinnern, was wir vielleicht nur gelesen oder geträumt haben.

 
Erinnerungen, Lebenserinnerungen sind einerseits sehr persönlich und speziell, können aber stellvertretend für eine ganze Gruppe stehen. Über diesen persönlichen Einstieg kann ich mir ein Bild einer Zeit machen, die ich nicht erlebt habe, oder eines Volkes, einer Lebensphilosophie, was auch immer. Ich kann einem fremden Menschen näher kommen, aber auch zum Nachdenken über meinen eigenen Weg angeregt werden.

 
Das sind ein paar Gedanken, die in mir aufstiegen, als ich den Begriff „Erinnerung“ nachgeschlagen habe. Unvollständig, fast unsortiert, ein flüchtiger Blick auf einen weiten Bereich.

 

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