Künstlerdorf unter weitem Himmel

Mitten im Teufelsmoor wurde aus einer Fischersiedlung das Dorf Worpswede, das erstmals 1218 urkundlich erwähnt wurde. Um 1750 begann die Trockenlegung und Besiedlung des Moores durch Moorkommissar Jürgen Christian Findorff. Die Menschen – meist ehemalige Knechte und Mägde – fristeten ihr ärmliches Dasein in dunklen Moorkaten bis zu einem frühen Tod.

1889 gründeten Fritz Mackensen, Hans am Ende und Otto Modersohn dann die Künstlerkolonie Worpswede. Der Bericht eines Reiseschriftstellers hatte sie aus der Stadt in diese Landschaft voller Licht und Weite gelockt. Andere Künstler und Künstlerinnen gesellten sich dazu und prägten nach und nach das Ortsbild.

Klassisch kommt man mit dem Moorexpress nach Worpswede, zum Bahnhof, den der Künstler Heinrich Vogeler entworfen und gebaut hat.

Bummelt man vom Bahnhof aus Richtung Ortskern, so finden sich alte Bauernhäuser, die heute von Künstlern, Firmen oder als Rathaus genutzt werden.

Zentral gelegen ist ebenfalls die Große Kunstschau, ursprünglich gebaut vom Bildhauer Bernhard Hoetger und später erweitert und modernisiert. Ich habe dort die Werke der „alten Worpsweder“ sehen können, außerdem werden wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Künstler gezeigt.
Auch der umgebende Park ist Ausstellungsstätte, die schwarzen Tänzer waren nur für einige Wochen dort.

Der Bacchusbrunnen dagegen lässt dauerhaft seine Wasser fließen.

Und der Bonze des Humors (Hoetger) grinst ebenfalls zu allen Jahreszeiten.

Gleich nebenan liegt das Kaffee Worpswede, erbaut von Bernhard Hoetger, das von den Einheimischen „Kaffee Verrückt“ genannt wird, denn es wurde ohne Plan und ohne rechte Winkel errichtet.

Viele hübsche alte Häuser finden sich im weitläufigen Dorf, die Bebauung ist immer wieder von Grünflächen und Waldstücken unterbrochen. Ganz unterschiedliche Stilrichtungen vertragen sich hier.

Ein ganzer Tag in Worpswede, Bummeln, Kunst anschauen, mit Künstlern sprechen. Ich habe diesen Tag genossen. Und ich stelle es mir sehr inspirierend vor, wenn man hier lebt.
Für mich ging es aber zu Fuß wieder aus dem Ort heraus, vorbei an der alten Windmühle

und zurück zu unserem Campingplatz direkt am Flüsschen Hamme.

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2 Gedanken zu “Künstlerdorf unter weitem Himmel

  1. So habe ich Worpswede noch nie gesehen- besonders das Cafe Verrückt hat es mir angetan, aber auch das ganze Drumherum….
    Gruß von Sonja

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