Rosenklage

 

Oh weh, oh je, der Tag ist um.
Jetzt dunkelt’s nicht nur mir.
Verlassen stehe ich herum
in meinem Eimer hier.

Die andern gingen nach und nach.
Ich blieb allein zurück.
Warum nur traf mich diese Schmach?
Warum hab ich kein Glück?

Dabei war ich so wunderbar,
ganz lang und dunkelrot.
Mein Kopf wird schwer und hängt sogar.
Und morgen bin ich tot.

Wer wird denn schon nach Valentin
noch rote Rosen kaufen?
Der Laden wollte – wie mir schien –
auch heut nicht wirklich laufen.

Und hinten im Geschäft da wetzt
die Gärtnerin ihr Messer.
Ein Schnitt am Stiel, gekonnt gesetzt. –
Sieh da, es geht mir besser !

Die Blüte hoch, durchhalten, falls
die Chance kommt, die rare,
dass mich doch einer kaufe als
preisreduzierte Ware.

 

Alle Jahre wieder zum Valentinstag …

 

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2 Gedanken zu “Rosenklage

  1. Das ist aber düster, liebe Uta. Die arme Rose.
    Da würde ich sie am liebsten mit zu mir nach Hause nehmen, da könnte sie sich mit den Tulpen unterhalten. 🙂

    Liebe Grüße,
    Martina

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