Hoch überm Tal und tief versteckt

Auf einem Felsen am Südhang der Monts de Vaucluse thront eines der schönsten Dörfer Frankreichs: Gordes.
Wobei die Franzosen unter „schönste Dörfer“ etwas anderes verstehen als wir. Die 1982 gegründete Vereinigung, die dieses Label ausgibt, besteht aus Volksvertretern der ländlichen Gemeinden und hat zum Ziel, das vielseitige Architektur- und Naturerbe Frankreichs durch die Förderung des Tourismus zu erhalten. Dörfer mit nicht mehr als 2000 Einwohnern, die eine geschützte Zone oder denkmalgeschützte Bauwerke besitzen, können sich um dieses Label bemühen. Zur Zeit gibt es rund 150 Dörfer, die sich zu dieser Gruppe zählen.

Von der Hauptstraße im Tal biegen wir ab, die Straße windet sich Kurve für Kurve empor und gibt plötzlich den Blick auf die andere Seite einer Schlucht frei. Der Ort sitzt wie ein Adlerhorst auf den Felsen. Hier gibt es keine Möglichkeit zu halten und zu fotografieren, ein kleiner Aussichtsparkplatz ist leider schon mit Autos überfüllt.
Kurz vor dem Ortszentrum stellen wir das Wohnmobil ab, zahlen unsere Parkgebühr und wandern das letzte Stück bergan.
Heute ist Markt in Gordes mit allem, was dazu gehört. Obst und Gemüse, Olivenöl und Honig, Käse und luftgetrocknete Mettwürste. Kleidung, Decken, Stoffe, Lavendel in allerlei Verpackungen und der unvermeidliche Touristen-Schnickschnack.

 

 
Nach dem Einkauf von Wurst, Oliven und Ziegenkäse bummeln wir durch die engen Gassen mit ihrem Kopfsteinpflaster. Schattig ist es zwischen den hohen Häusern, mancher Stein ist angefressen, der Putz bröckelt, und doch mag ich die Atmosphäre, die diese alten Gebäude ausstrahlen.

 

 

 

 

 

 
Die Kirche eingepfercht zwischen benachbarten Mauern, ihre Glocke schallt weit über die Dächer.

 

 

 

 
Und dann stehen wir an der Mauer und schauen hinab in die Ebene, in die Weite und verstehen, warum die Menschen hier schon so lange leben.

 

 
Von Gordes aus haben wir noch einen Abstecher in ein stilles Tal gemacht zur Abtei von Sénanque, einem Zisterzienserkloster aus dem 12. Jahrhundert.
In jedem Reiseführer über die Provence ist es abgebildet, meist mit blühenden Lavendelfeldern im Vordergrund. Der Lavendel blühte im April natürlich nicht, aber die Abtei wollte ich doch besuchen.

 

 
Wuchtige Mauern mit kleinen Fenstern, romanische Rundbögen und massige Säulen, dazu ein schlichtes, karges Inneres, das nicht ablenkt, sondern zur Konzentration und Meditation aufruft.

 

 

 

 
Und immer wieder der Blick auf die Lavendelfelder rundum, dieses Grüngrau, das so unscheinbar wirkt, aber im Sommer doch eine solche Farbenpracht treibt.

 

 

 

 

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