Abhängigkeiten

Gerade bin ich zum ersten Mal an diesem Tag im Internet. Und das ist nicht normal.
Normal ist, am Morgen den PC anzuschalten und erstmal die E-Mails abzurufen, dann ein bisschen zu surfen und ein paar Schreibarbeiten zu erledigen.

Aber in der letzten Nacht hatten wir Gewitter, kräftiges Gewitter.
Gegen 4.00 Uhr wachte ich auf. Vernehmliches Grummeln. Also aufstehen, runter ins Arbeitszimmer, die zentrale Netzwerkfestplatte runterfahren und ein paar Stecker ziehen. Auch von der Fritzbox, unserer Schnittstelle ins Internet. Die war nämlich vor zwei Jahren an einer Überspannung gestorben, seitdem sorgen wir routinemäßig vor, wenn Blitz und Donner näher kommen.
Über eine Stunde hielt uns der Lärm draußen wach, das Krachen kam näher, ich zog die Decke über die Ohren und als es langsam leiser wurde, schlief ich noch ein bisschen ein.

Nach dem Frühstück alle Stecker wieder rein, PC hochfahren und E-Mail-Programm anklicken wie üblich. Fehlermeldung. Neuer Versuch – nichts. Kopf kratzen, Stecker überprüfen und – feststellen, dass ein paar Lämpchen nicht brennen, die brennen sollten. Die Fritzbox war dunkel, tot. Lautes Fluchen.
Schatz informiert, der versprach, in der Mittagspause eine neue zu besorgen.
Und was besonders blöd war: Ich konnte auch sonst nichts Sinnvolles am PC machen, denn die Dateien, mit denen ich hätte arbeiten müssen, sind auf der Netzwerkplatte gespeichert. Keine Fritzbox, kein Netzwerk, keine Arbeit.
Da merkt man erst, wie sehr die PC-Nutzung im Alltag, in meinem Alltag präsent ist.

Gut, am Nachmittag habe ich die Kiste nicht vermisst. Da hatten wir unseren „Treffpunkt Kaffeetafel“ im Dorf, fast zwanzig Frauen, Kaffee, Kuchen und Schnittchen, Schwatzen, Gedichte rezitieren, viel Spaß. Ich freue mich immer wieder, wie gut unser Angebot angenommen wird.
Und wieder zuhause blinkten mich Lämpchen an einer neuen Fritzbox an, die Schatz besorgt und installiert hat.
Da bin ich wieder !

P.S.: Schatz hat die alte Box aufgeschraubt. Wo die Telefonleitung in Kästchen geht, sieht man braun-verschmorte Stellen. Ab jetzt wird bei Gewitter auch der Telefonstecker gezogen.

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3 Gedanken zu “Abhängigkeiten

  1. Ja, die Rechner sind fein, aber wehe, wehe, wehe. Habe das ein paar mal erlebt, wenn unser IT-Guru Urlaub hatte und daheim hat´s uns auch schon ein Telefon zerbröselt….
    Trotzdem, sie machen einfach zu viel Spaß um zu schimpfen =)

    Grüße
    Un Sourire

  2. Oh, das ist ja ärgerlich. Wenn das jedes Mal bei Gewitter passieren würde, dann würde es auf Dauer ganz schön teuer. Das hatten wir bis jetzt zum Glück nicht.
    Ohne Internet fühlte ich mich morgens auch ein wenig abgeschnitten von der Welt. 🙂

    Liebe Grüße,
    Martina

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