Verrückte Ideen und spannende Entwicklungen

Ich weiß nicht, wann es angefangen hat, aber es muss schon länger in einem versteckten Winkel meines Hirns gelauert haben. Und im Urlaub in Schottland ist es dann aus seiner Ecke gekrochen und macht sich seitdem immer breiter.
Ich nenne es den Midlife-Kobold und gestehe, ich mag den albernen Kerl. Er ist recht umtriebig und schubst mich gerade kräftig in eine neue Richtung. Keine gänzlich neue, aber eine, die ich bisher nicht ernst genommen habe.
Ich will versuchen, eine lange Entwicklung kurz zu erzählen.

Auf der Insel Lewis, der nördlichsten der äußeren Hebriden, haben wir im nördlichsten Ort Port of Ness die Harbour View Gallery gesucht. Gefunden haben wir sie in einem recht neuen hölzernen Anbau an einem alten Cottage. Größe: ca. zehn Quadratmeter. Der Künstler Anthony J. Barber stellt seine Werke – farbenfrohe schottische Landschaften in Acryl – aus und hat auch eine kleine Arbeitsecke in dieser Galerie. Von dort habe ich Grußkarten an unsere Muttis geschickt; ist mal etwas anderes als die üblichen Fotos.
Abends im Wohnmobil meint mein Schatz: „Die Galerie war ja nicht größer als ein ordentlicher Wohnwagen.“
Und plötzlich war er da, der Midlife-Kobold, und flüsterte uns zu: „Warum nicht einen großen, alten Wohnwagen kaufen, ihn in den Garten stellen und zu Atelier mit Galerie umbauen.“
Verblüffung, dann Diskussion: Atelier ist nicht gut, weil man im Winter ständig heizen müsste. Aber Galerie ist gar nicht so dumm. Möbel weitgehend raus, Präsentationsflächen schaffen, dazu Ständer mit Büchern, Kunstkarten und Kalendern – oder was auch immer ich noch so produziere – und dann können Besucher des „Galerie.mobil“s kommen. Außerdem könnte man hin und wieder auf Kunsthandwerkermärkte in der Umgebung ziehen. Wenn der Wagen auch von außen pfiffig lackiert ist, wäre er ein echter Hingucker.
Idee notiert, Details und offene Fragen aufgeschrieben, alles andere im Laufe des Winters.

Kaum wieder zu Hause meldet sich Midlife-Kobold erneut. Ich male gerne, habe aber Defizite beim Zeichnen. Ich entwerfe Flyer, Buchcover, Kalender – aber mir fehlt der theoretische Hintergrund zu Proportionen, Bildaufbau et cetera. Warum nicht endlich einen Fernkus machen und das Thema „Werbegrafik und Design“ vertiefen. Was Schweinehund dazu sagt? Weiß ich noch nicht, aber ich denke, wenn er die Kurskosten sieht, wird er sich brav zurückziehen und mich in Ruhe lernen lassen.

Ich will der Kreativität in meinem Leben mehr Raum geben, wenn möglich auch beruflich. Witzigerweise ergeben sich gerade verschiedene Möglichkeiten, genau das zu tun.
Also habe ich mich jetzt erkundigt: Ich werde nach unserem Urlaub bei der Gemeinde einen Gewerbeschein beantragen, damit bin ich – auch für Kunsthandwerkermärkte – auf der sicheren Seite, die Bürokratie hält sich bei Kleinunternehmen in erträglichen Grenzen.
Mal sehen, was ich jetzt noch so brauche: einen Firmennamen, eine Homepage für das „Grafikbüro“, Visitenkarten …

Bin ich eigentlich bekloppt? Der Midlife-Kobold schüttelt den Kopf.

 

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6 Gedanken zu “Verrückte Ideen und spannende Entwicklungen

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