Tausend Träume? JA !

Verzetteln, Zeitmangel, Unbeständigkeit? Darüber habe ich ab und zu hier geschrieben.
Zu viele Interessen, sich nicht entscheiden wollen, dabei ein schlechtes Gewissen haben – das kennen einige von uns.

Irgendwann, irgendwo habe ich von einer von euch einen Buchtipp bekommen. (Sorry, ich weiß nicht mehr, wer’s war, tippe aber entweder auf Buchstabenwiese oder wortmeer.)
Ich habe diesen Buchtipp auf meinen Wunschzettel geschrieben, das war’s erstmal.

Vor einigen Wochen bin ich in unserer Stadtbibliothek, bummele an den Regalen vorbei auf dem Weg zur Abteilung Kunst. Auf niedrigen Tischen liegen immer einige Bücher aus unterschiedlichen Sachbuchbereichen als Lockvögel aus. Und ich lasse mich gerne locken, streife mit dem Blick über die Titel und – bleibe stehen. Ein gelboranges Buch hat einen relativ langen Titel, der sofort ein Glöckchen erklingen lässt.
Das ist doch das Buch, das mir empfohlen wurde! Ich nehme es mit.
Und ich habe es regelrecht gefressen. Haben ständig genickt und „genau“ gemurmelt und gelacht und meinen Mann damit irritiert.
Ich habe mich sowas von gefunden in diesem Buch, dass ich der Tipp-Geberin ein dickes Danke! zurufen möchte.

Was für ein Buch ich meine? Das hier:

Barbara Sher:
Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast.

Das Buch ist sozusagen die Erlaubnis zum Verzetteln, das aber bitte mit Methode.
Die Autorin, Karriereberaterin und Autorin aus den USA, beschäftigt sich hier mit einem Menschentyp, den sie „Scanner“ nennt.
Es gibt Menschen, die von Natur aus breitgefächerte Interessen und Begabungen haben. In der Schule kommen sie normalerweise gut zurecht, weil sie sich mit den unterschiedlichen Fächern beschäftigen können.
Danach aber wird es für sie schwierig: Üblicherweise entscheidet man sich für einen Beruf, beschränkt sich also auf ein Gebiet. Weil in unserer Gesellschaft die Vorstellung herrscht, dass man sich spezialisieren muss, um erfolgreich zu sein. Weil man als oberflächlich und sprunghaft gilt, wenn man sich für ganz unterschiedliche Bereiche interessiert.
Scanner wollen und können sich aber nicht festlegen, sie hätten immer das Gefühl, es fehlt etwas, wenn sie sich für das eine und damit gegen das andere entscheiden.

Barbara Sher dreht den Spieß einfach um. Wenn ein Scanner sich so akzeptiert, wie er ist, dann blockiert er sich nicht mehr selber. Es braucht dann noch ein paar Techniken, um sich selber zu managen, um den verschiedenen Interessen den passenden Raum zu geben.
Das klingt jetzt sehr plakativ, vielleicht ein wenig platt, liegt aber daran, dass ich hier stark verkürze.
Barbara Sher gliedert die Scanner in verschiedene Untergruppen, verschiedene Typen, denen sie Methoden und Hilfsmittel an die Hand gibt, um sich zu organisieren. Das alles zu erläutern, ginge hier zu weit.

Deshalb kann ich jeder/jedem, der zu Verzettelitis neigt, dieses Buch ans Herz legen. Vor allem gibt es inzwischen einen Taschenbuchversion, die ich mir nach dem ersten Durchfliegen des Bibliotheks-Buches gekauft habe.
Und mit dem ich jetzt nach und nach arbeiten werde.

Und schon das erste Lesen des Buches hatte einen positiven Effekt: Ich kann mich mit voller Kraft mit der Sache beschäftigen, die ich gerade für „an der Reihe“ halte, ohne schlechtes Gewissen, etwas anderes zu vernachlässigen. Weil ich weiß, dass ich turnusmäßig zum nächsten Gebiet weiter wandern werde. Und dass das gut so ist.

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4 Gedanken zu “Tausend Träume? JA !

  1. Oh, das freut mich sehr, dass du dich darin auch wieder findest, dass es dir hilft. Ich glaube, wie hatten und dazu mal ausgetauscht. Jedenfalls kenne ich das Buch und habe es sich im Regal als Taschenbuch. Ich sollte mal wieder einen Blick hinein werfen… Dir weiterhin viel Freude mit dem buch. Alles liebe, Doreen

  2. Wie schön, liebe Uta. 🙂

    Ich weiß nicht, ob du den Buchtipp von mir hast, aber ich habe das Buch auf jeden Fall im Regal und ich habe es mal im Blog erwähnt, auf meiner Seite „Über mich“. 🙂
    Vielleicht hast du dich mit Doreen darüber ausgetauscht und auch bei mir den Titel gelesen, und es dann noch gesehen, das war eindeutig ein Zeichen. 🙂

    Ich fühlte mich auch gleich angesprochen. Ich habe die Sache mit dem Scanner Herrn Buchstabenwiese vorgelesen und gesagt, sie schreibt eindeutig über mich. 🙂
    Es tut so gut, zu lesen, dass man doch irgendwie normal ist und dass es okay ist, wenn man nicht nur eine Sache machen möchte. Das befreit.

    Ich habe das Lesen damals nur irgendwann unterbrochen, das passiert mir immer wieder mit solchen Ratgeberbüchern. Warum weiß ich auch nicht. Wahrscheinlich habe ich dann erst mal genug input. 🙂 Aber ich denke, ich werde es noch mal hervorholen.

    Weiterhin viel Spaß beim Lesen.

    Liebe Grüße,
    Martina

    1. Ah, dann waren es wohl wirklich mehrere Anstupser für dieses Buch.
      Du hast mal darüber geschrieben, dass du viele Ratgeber im Regal hast, die du nur zum Teil gelesen hast.
      Ich habe viele einfach nur aus der Bibliothek ausgeliehen, gelesen und gedacht: Okay, klingt nett.
      Einzelne habe ich mir gekauft, weil sie mir – allein schon vom Schreibstil – gut gefielen. Und sowas liest man ja wirklich nicht in einem Rutsch und gut ist.
      Wenn ein Buch wirlich nutzen soll, muss man damit arbeiten. Und das tue ich mit den wenigsten. 😉
      Und oft passt auch nur ein Teil wirklich. Aber man kann sich ja aus jedem Buch das herausnehmen, was man meint gebrauchen zu können.

      Lieben Gruß
      Uta

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