Bruno, Chef de police

Anfang September waren wir im Urlaub in Südfrankreich (mal wieder). Als Lektüre hatte ich mir unter anderem zwei Krimis mitgenommen, die beide in Frankreich spielen: Einer in der Bretagne und einer im Périgord. Und dieser hat mich echt begeistert.

Bruno Courrèges lebt in der Kleinstadt (eher ein großes Dorf) Saint-Denis im Périgord, ermittelt als Polizeichef in meist harmlosen Fällen, zieht sein eigenes Gemüse und trainiert die Jugendmannschaft im Rugby. Da erreicht ihn die Nachricht, dass ein algerischer Kriegsveteran, dessen Familie im Ort wohnt, brutal ermordet wurde.
Auf den ersten Blick wirkt das Verbrechen wie eine rassistische Tat, die nationale Polizei wird eingeschaltet. Weil sie auf Brunos Ortskenntnis und Beziehungen angewiesen ist, binden die Ermittler ihn eher widerwillig in die Untersuchung ein. Dabei stößt Bruno auf Ereignisse in der Vergangenheit, die zur Lösung des Falles führen.

Von der ersten Seite an hat mich das Buch gepackt. Die Figur des Bruno Courrèges und auch alle anderen Personen des Romans sind gut gezeichnet und sowas von französisch (ohne in Klischees abzudriften), dass ich mich mit ihnen ausgesprochen wohl gefühlt habe. Das Leben in einer kleinen Gemeinde, wo die Menschen sich kennen und miteinander durch ganz unterschiedliche Beziehungen verbunden sind, bildet den Rahmen für die Ermittlungen und blitzt immer wieder in kleinen Szenen durch. Das lockert auf und macht gleichzeitig die Tat noch schwerer verständlich. Zumindest so lange, bis die Hintergründe aus der französischen Geschichte nach und nach die Klärung bringen.

Ein Buch, das französische Leichtigkeit und Sonne bringt, vielleicht gerade in der dunklen Jahreszeit nötig. Und das von einem Autor, der aus Schottland stammt. 😉

Martin Walker:
Bruno, Chef de Police

Diogenes 2010, 10,90 Euro

P.S.: Ich habe mir schon die nächsten beiden Bände gekauft. Mal sehen, ob sie mich genauso begeistern werden.

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4 Gedanken zu “Bruno, Chef de police

  1. Klingt gut.. kennst Du den Film Le Havre? Kann ich auch nur empfehlen – ebenfalls in der französischen Kleinbürgerlichkeit gesettet beginnt eine Crimestory der besonderen Art…

  2. ach uta, ich hab alle gelesen! und warte schon sehnsüchtig auf den nächsten.
    und falls du deine 25er-menükarte noch hast – da gab es „pommes de terre a’la Bruno“ 😉

    grinsegrüße
    lintschi

    1. jetzt weiß ich auch, warum mir der gute Bruno so bekannt vorkam – du hattest von ihm erzählt *vordenKopfklatsch*
      und die pommesundsoweiter waren wirklich genial lecker

      lieben Gruß
      Uta

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