Da kann einem der Appetit vergehen

Ich mag Hähnchen, ganze Hähnchen, Hähnchenkeulen, Hähnchenbrust, Hühnersuppe, Hühnerfrikassee, und, und, und.
Ein Fernsehbeitrag in der Sendung „frontal 21“ (ZDF) gestern Abend hat mich allerdings zum Grübeln gebracht.

Wer denkt eigentlich darüber nach, was aus dem Teil vom Hähnchen wird, den wir nicht als Keulen oder Brustfilets in den Kühltheken finden?

Die Brustfilets machen ca. 23 % des Hähnchens aus, die Keulen 33 %. Flügel, die schon schwer verkäuflich sind, haben einen Anteil von 12 %. Und die restliche Karkasse bringt es auf 32 % des Hähnchens. Das ist ein Drittel, das in den Müll geworfen wird, das „entsorgt“ werden muss.

Entsorgung kostet. Die Firmen wollen natürlich ihre Produktion optimieren, also Kosten senken. Und das geht ganz einfach. Die Hähnchenteile, die hier keiner haben möchte, werden nach Afrika exportiert. Auch wenn sie nach langem Transport dort billig verkauft werden, lohnt sich das für die Firmen, denn sie sparen die Entsorgungskosten.

Kaputt geht dabei die inländische Wirtschaft, denn die kann mit den Dumping-Importen nicht konkurrieren. Und da die Menschen z.B. in Liberia bettelarm sind, greifen sie notgedrungen zu den schon mehr oder weniger verdorbenen Hühnerteilen aus Deutschland, als das lebende Huhn vom Stand nebenan zu kaufen.

Den ganzen Beitrag kann man sich in der ZDF-Mediathek anschauen: frontal 21

Ich habe jedenfalls für unseren Haushalt einen Entschluss gefasst:
Ich kaufe keine Hühnerteile mehr, sondern nur noch ganze Hühner (wenn’s geht Bio, zumindest freilaufende).
Und die werden dann selber zerlegt. Brustfilets und Keulen werden wie üblich zu vielen leckeren Gerichten verarbeitet, die Karkasse liefert eine fantastische Brühe. Und die ist ja geradezu Medizin, wie inzwischen offiziell bewiesen wurde.
Eigentlich kein Problem, oder?

 

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4 Gedanken zu “Da kann einem der Appetit vergehen

  1. Wir sind schon seit ewigen Zeiten Ganzhuhnkäufer. Dnnoch macht der Beitrag mehr als betroffen.
    Ausnahmen mache ich nur bei Innereien, denn für einen Hühnerherzeneintopf mit Fadennudeln kann ich nun beim besten Willen keine 40 Suppenhühner ordern 😉

  2. Gerade ein bisschen über deinen Blog geschlendert… Danke fürs Aufnehmen dieses Themas – denn das Schlimme ist ja, dass sich zu wenige noch Gedanken darüber machen, wo – eigentlich „natürliche“ – Lebensmittel denn wirklich herkommen und unter welchen Umständen sie „produziert“ werden. Von Heranwachsen kann man bei Massentierhaltung und auch bei industrieller Landwirtschaft ja kaum noch sprechen… Und die Folgen des westlichen Lebensstils für Menschen anderer Länder – da sollte man eben ganz klar wissen, was man da tut… Lieben Gruß Ghislana

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