Fremd

Ich fühle mich gerade fremd, sehr fremd.

Nicht weil angeblich unsere westliche Welt bedroht ist.
Sondern weil ich diese Menschen nicht verstehe.
Die Menschen, die nach Hautfarbe, Herkunft, Religion unterscheiden.
Die Menschen, die ablehnen, was anders ist.
Die Menschen, die diffuse Ängste hinter Parolen verschanzen.

Ich habe in den letzten Tagen von einer Studie gehört und ein bisschen nachgelesen.
Religionsmonitor – ein eigenartiges Wort.
Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Zum zweiten Mal durchgeführt Ende 2012 in 13 Ländern. Die Auswertung zu Deutschland ergänzt im November 2014 durch eine weitere Umfrage. Thema Religiosität, es geht u.a. um den „Zusammenhang von Religiosität mit Werten und Einstellungen zum sozialen Zusammenhalt“ (vgl. Wikipedia).

Zwei Ergebnisse dieser Studie gingen durch die Presse:
Einerseits steht der größte Teil der Muslime in Deutschland zu westlichen Werten, hält die Demokratie für eine gute Staatsform und pflegt Kontakte zu Nicht-Muslimen.
Andererseits steigt die Angst der nichtmuslimischen Deutschen vor dem Islam; mehr als die Hälfte der Befragten meinen, er passe nicht in die westliche Welt.

Bei Vorurteilen und Negativbildern spielen Bildung, sozialer Status und politische Orientierung kaum eine Rolle. Entscheidend sind dagegen Altersgruppe und persönliche Kontakte.
Was ich besonders bestürzend finde: Je weniger Kontakte Menschen mit anderen Kulturen haben, desto ablehnender stehen sie diesen gegenüber.

Wenn ich so etwas lese oder höre, frage ich mich: Warum denken Menschen so?
Warum lehnen sie ab, was sie nicht kennen? Warum grenzen sie aus, ohne dem anderen überhaupt eine Chance zu geben?

Wenn ich so etwas lese, fühle ich mich fremd, sehr fremd.

 

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2 Gedanken zu “Fremd

  1. ja, ich fühle mich auch fremd.
    mir machen die gleichen ansatzpunkte zu schaffen, wie dir.
    ich habe immer das gefühl, es geht alles am eigentlichen vorbei.
    es geht nicht um die religiösen unterschiede, oder jene der herkunft, oder dgl.
    es geht um machtgier und dummheit.
    und die gibt es in allen gesellschaftsgruppen und – schichten.
    und dann fühle ich mich gern fremd …

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