17. Dezember

Verglüht

Ein Mensch kommt aus dem Schmuddelwetter
ins Haus und denkt: es wäre netter,
jetzt einen warmen Trunk zu haben.
Beschließt, an Glühwein sich zu laben.

Zuerst die Flasche Wein entkorkt –
mit solchem ist er gut versorgt -,
den Inhalt in den Topf gegossen,
weil „Glüh“ bedeutet „heiß genossen“.
Zur weihnachtlichen Würze nimmt
der Mensch drei Nelken, etwas Zimt,
presst eine Apfelsine aus
und starken Rum hat er im Haus.

Langsam erhitzen, etwas ziehen,
der Glühwein ist ihm gut gediehen.
Er füllt zur Hälfte seinen Becher –
man ist ja moderater Zecher -,
setzt sich, betrachtet ohne Grausen
das widerliche Wetter draußen,
und weil ihm noch ein wenig kühl,
füllt er den Becher mit Gefühl
ein zweites Mal und immer weiter.
Ins Bett geht unser Mensch recht heiter.

Ihr ahnt, wie es am nächsten Tag
dem Glühweinfreund ergehen mag.

(2011)

 

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