18. Dezember

Konsumrausch – nein, danke!
 
Vorweihnachtliches Shoppen, Geschenke kaufen, mehr Geschenke kaufen, die Wirtschaft ankurbeln, auf dass sie wachse. Das scheint das Credo zu sein alle Jahre wieder.
Und alles nur, weil die heiligen drei Könige dem Kind Gaben in die Krippe gelegt haben.

Wirtschaftswachstum ist wichtig, sagen Politiker. Die Wirtschaft muss wachsen, damit unser Wohlstand erhalten bleibt und auch in anderen Ländern Wohlstand erreicht wird.
Aber das kann nicht immer so weiter gehen. Denn wir leben auf einem endlichen Planeten.
Die Ressourcen, die Rohstoffe sind begrenzt, können irgendwann nur noch unter hohem Aufwand und mit großen Schäden für unsere Umwelt gefördert werden.
Durch unser Tun hat das Weltklima sich schon heute verändert, wird sich drastisch weiter ändern – und zwar nicht zum Guten für uns.
Ist da noch etwas zu retten? Und wenn ja, wie?

Die UN-Klimakonferenz in Paris hat – zum ersten Mal überhaupt – einen Weltklimavertrag geschlossen, in dem sich alle Länder gemeinsamen Zielen zum Klimaschutz verpflichten. Das klingt gut. Die Frage stellt sich allerdings, wie diese Ziele umgesetzt werden sollen.
Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass die Wirtschaft in allen Ländern wachsen soll – in den Schwellenländern und Entwicklungsländern noch mehr als bei uns.

Oder ist Wohlstand für alle möglich, ohne dass die Wirtschaft pausenlos wächst?

In den letzten Monaten habe ich mich ein bisschen mit diesem Thema beschäftigt, habe einiges gelesen, Vorträge im Internet gehört. Es gibt verschiedene Wissenschaftler, die sich mit den Möglichkeiten einer Wirtschaft ohne Wachstum beschäftigen und mit einer Gesellschaft, die ohne Wirtschaftswachstum auskommt.

Im Buch „Befreiung vom Überfluss“ stellt Prof. Dr. Niko Paech gut verständlich und leicht lesbar die Situation dar, kritisiert die aktuellen Lösungsvorschläge und entwirft dann seine Vorstellung einer Postwachstumsgesellschaft. Weniger industrielle Produktion, Rückkehr zu regionalen und lokalen Wertschöpfungsketten, längere Nutzungsdauer und Reparaturmöglichkeit der Güter, Gemeinschaftsnutzung und eigene Produktion schonen Ressourcen und Umwelt und fördern soziale Beziehungen.
Suffizienz – Genügsamkeit – ist eine Voraussetzung, die wir mitbringen müssen. Was keinen Rückschritt in mittelalterliche Verhältnisse bedeutet, sondern ein Zurück zum „Was brauche ich wirklich?“.
Zusätzlicher Effekt: Wir haben wieder mehr Zeit, heutzutage die knappste Ressource überhaupt, können das, was wir haben und tun, wieder genießen und werden glücklicher.

Klingt zu schön, um wahr werden zu können?
Da fällt mir wieder der Satz ein, den ich auf der ehemaligen Berliner Mauer gelesen habe:
 
Wenn viele kleine Leute ...
 
Niko Paech: Befreiung vom Überfluss
München: oekom Verlag 2014 (8. Auflage)

 

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Ein Gedanke zu “18. Dezember

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