Sooo viel Zeug (1)

Woher das nur alles kommt?
All diese Dinge in Schränken und Schubladen, auf Regalen und sämtlichen freien Flächen. Sie kommen nicht durchs Fenster geschwebt, sie wachsen nicht aus dem Teppich. Wir holen sie uns selber in unser Zuhause. ICH ganz persönlich hole sie herein.
Ich kaufe Sachen in Geschäften oder im Internet. Ab und zu nehme ich Dinge auf, die jemand anderes nicht mehr braucht. Und dann gibt’s ja auch noch Geschenke.

Den größten Teil der Dinge benutze ich oder erfreue mich daran. Zumindest für eine Weile. Irgendwann landet dann aber vieles in einer Ecke, einem Schrank, verschwindet aus dem Blick und aus den Gedanken. Und ich trage erneut Zeug nach Hause.
Liegt es daran, dass meine Vorfahren bis zu den Jägern und Sammlern zurück reichen? Steckt es in den Genen, dieses mächtige Haben-wollen?

Haben wollen. Das klingt nach Bedürfnis.
Da ist also ein Bedürfnis, zu dessen Befriedigung ich etwas benötige, ein Ding, eine Sache, Zeug eben. Und wenn ich dieses Ding, diese Sache, dieses Zeug habe, dann ist mein Bedürfnis befriedigt und gibt Ruhe. Oder nicht?
Denn es dauert nur eine kleine Weile, dann ist das nächste Haben-wollen da.

Nehmen wir ein Beispiel. Ich kaufe ein hübsch gestreiftes T-Shirt. Zuhause packe ich es aus, bügele vielleicht ein paar Falten heraus und lege es in den Schrank. Auf einen hohen Stapel anderer T-Shirts, teils einfarbig, teils gestreift. Aber genau so eins, wie das neue, war nicht dabei, deshalb glaubte ich ja es zu brauchen.
Und dann kann folgendes passieren:
Erste Möglichkeit: Ich ziehe das neue T-Shirt bei der nächsten Gelegenheit an, fühle mich darin wohl und trage es in der kommenden Zeit regelmäßig. Dann habe ich sozusagen ein neues Lieblingsteil. Dafür dämmern dann aber andere Shirts im Dunkel des Schranks vor sich hin und sind eigentlich überflüssig.
Zweite Möglichkeit: Ich trage das neue T-Shirt ein Mal, irgendwie passt es aber nicht so richtig in Form oder Farbe oder was auch immer mir ein ungemütliches Gefühl macht. Also lege ich es nach der Wäsche in den Schrank und ignoriere es. Es lagert vor sich hin, auch wenn es eigentlich unnütz ist. Aber es ist ja neu und hat Geld gekostet, also bleibt es.
Dritte Möglichkeit: Ich vergesse das neue T-Shirt für eine Weile, es liegt ordentlich aber unbenutzt im Schrank. Anscheinend war es doch nicht so wichtig. Wenn ich es dann irgendwann wieder entdecke, kommen Möglichkeit eins oder zwei zum Tragen.

Was ist nun mit dem Bedürfnis, das mich das neue T-Shirt hat kaufen lassen?
Und was mache ich mit überschüssigen T-Shirts in meinem Schrank (egal ob neu oder alt)?
Darüber denke ich morgen nach.

 

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2 Gedanken zu “Sooo viel Zeug (1)

  1. genau. und weil wir so viele dinge besitzen, können wir uns so viele gedanken darüber machen!
    ich habe deinen text mit einem schmunzeln gelesen!

    liebe grüße
    gabriele

    1. Dein Schmunzeln freut mich, Gabriele.
      Wir machen uns viele Gedanken über die Dinge, die wir haben. Leider bleibt dann zu wenig Zeit für Gedanken um andere Fragen.
      Die Dinge lenken oft ab vom Wesentlichen, oder?

      Lieben Gruß, Uta

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