Literatur !

Ein Wort, das viele abschreckt. „Literatur“, das klingt nach schwer zu lesen, langwierig oder langweilig, klingt nach Deutschunterricht, nach Analyse und „was will der Autor uns sagen?“.

Aber vielleicht müsste man über die Werke der Weltliteratur nur ein bisschen wissen, über ihren Inhalt, ihren Autor bzw. ihre Autorin, und plötzlich würden die Bücher interessant. Vielleicht nicht alle, aber vielleicht einige – und dann kommt auf ein Mal der Gedanke: Das will ich lesen.

 
Buchtipp: Literatur!
 

Genau diesen Einstieg möchte das Buch „Literatur!“ von Katharina Mahrenholtz und Dawn Parisi bieten. Der Untertitel „Eine Reise durch die Welt der Bücher“ lässt Spaß und eine gewisse Leichtigkeit ahnen.
Die eine erzählt kurz und knackig, worum es in den Werken von Dantes „Göttlicher Kommödie“ bis zu Frank Schätzings „Schwarm“ geht, liefert Smalltalk-Infos und gibt Einschätzungen zur Lesbarkeit. Außerdem werden viele der Autoren vorgestellt.
Die andere illustriert das Buch mit ihren amüsanten Zeichungen, lockert es auf und macht es dadurch zu einem wirklich schönen Buch.
Am unteren Rand der Seiten zieht sich eine Zeitleiste entlang, auf der die Bücher eingeordnet werden und in der sich unterschiedliche nicht-literarische Fakten finden.

Ich habe das Buch vor einem Jahr geschenkt bekommen, habe darin kreuz und quer gelesen – man muss das nicht von vorne bis hinten tun, kann sich rauspicken, was reizt – und mich dann jetzt doch noch systematisch aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart vorgearbeitet.
Ein Buch, das man immer wieder in die Hand nehmen kann, um sich Anregungen zu holen, welches Werk der Weltliteratur denn als nächstes auf dem Nachttisch liegen könnte.Oder welches man bestimmt nicht lesen wird.

Katharina Mahrenholtz, Dawn Parisi: Literatur!

Hamburg: Hoffmann und Campe Verlag, 2012 (3. Aufl.), 19,99 Euro

 

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Farbe im Leben – die Ausstellung

Vor einem Jahr öffnete mein galerie.mobil, ein umgebauter Wohnwagen, zum ersten Mal die Tür. Die Besucher staunten über die „innere Größe“ und die Vielzahl der gezeigten Werke. Nach der Frühjahrsausstellung ist demnächst die dritte Ausstellung am Start.
 

 
Farbe im Kontrast zu Schwarzweiß, Farbe im Kontrast zu anderen Farben. Farbe weckt Aufmerksamkeit, transportiert Stimmungen, Emotionen.
Ich nähere mich dem Thema in Acrylbildern, Mixed Media Arbeiten und Fotografien.
Normalerweise mag ich es kräftig bunt. Das jetzt zu reduzieren und einzelne Farben auszuloten finde ich spannend.
Wie in der letzten Ausstellung spielen neben den abstrakten Acrylarbeiten Fotografien eine Rolle. Bei „Farbe im Leben“ sind es einzelne Elemente im Bild, die durch ihre Farbigkeit in den Fokus geraten.

Die Ausstellung wird am 21.09.2014 mit einem offenen Ateliertag von 11.00 bis 17.00 Uhr eröffnet. Sie kann nach Absprache bis in den November hinein besichtigt werden.
Außerdem werde ich an den „Offenen Ateliers Oberberg“ am 01./02. November 2014 teilnehmen.

Ergänzt wird die Ausstellung wie immer durch meinen Kalender für 2015 (Fotografie und Lyrik), Bücher, Briefkarten und mehr.

Bis zur Eröffnung steht noch einiges an Arbeit an (zwischen dem üblichen Alltag), aber ich freue mich drauf.
Und ich freue mich über jede Besucherin, jeden Besucher, der am 21. September oder auch später vorbeischaut.

 

Es ist da !

 
Gestern ist das Paket angekommen. Natürlich habe ich es gleich aufgemacht, neugierig das Füllmaterial beiseite geschoben und ein Exemplar ausgepackt.
Ein neues Buch in der Hand zu halten ist aufregend. Vor allem, wenn man an der Gestaltung, am Layout intensiv gearbeitet hat. Ist es so geworden, wie es sollte? Es ist !!!
 

 

Klappentext:

Ein Mensch betrachtet eine Weile
die Welt und ihre Einzelteile:
die andern Menschen, Tiere, Pflanzen,
wie sie sich einzeln und im Ganzen
verhalten, was ihr Leben prägt,
was mancher für Marotten pflegt.

Der Mensch beobachtet, notiert
in Reimen, was sein Hirn gebiert,
bringt seine Texte wohl in Form.
Der Zuspruch darauf ist enorm.
Drum will er sie zusammenfassen,
hat sie als Buch nun drucken lassen.

Mit einem Augenzwinkern geschrieben lassen die Gedichte die Bewunderung der Autorin für Eugen Roth und Wilhelm Busch ahnen. Dazu viele Limericks, die in fünf Zeilen Miniatur-Geschichten erzählen.

* * * * *

Und noch ein Blick ins Buch, das ich mit kleinen Zeichnungen illustriert habe:
 

 
Das Buch gibt’s im Buchhandel (ISBN 9-783735-761019).
Wer es gerne signiert hätte oder mit Widmung, kann natürlich auch per Mail bei mir bestellen (uta ät loeskenweb punkt de).
Es kostet 9,90 Euro (+ 1,00 Euro Versand).
 

Herzlich zum Muttertag

Muttertag ist bei uns eigentlich immer wieder im Laufe des Jahres, dafür braucht es keinen speziellen Tag.
Trotzdem hat meine Mutter eine kleine Spielerei bekommen, über die sie sich gefreut hat (einfach, weil’s eine ganze Menge Arbeit ist).

 
gefaltetes Buch: Herz
 

Einfache Buchfaltungen hatte ich früher schon ausprobiert, aber eine bestimmte Form erscheinen zu lassen, dazu musste ich erst mal ein bisschen fummeln. Denn die Konturen der Form sollen ja nicht allzu zackelig sein, sondern recht klar.

 
gefaltetes Buch: Herz
 

 
gefaltetes Buch: Herz
 

Ohne Workshop (ja, sowas gibt’s auch) habe ich für mich eine Methode gefunden, die ich demnächst auf Buchstaben bzw. Worte anwenden werde. Das wird allerdings noch etwas auf sich warten lassen. Denn jetzt sind andere Dinge an der Reihe.

Und weil das Herz sowohl selbstgemacht als auch Upcycling ist (alter Lexikon-Band aus den 70ern), schicke ich es nun zu Ankes creadienstag und Ninas Upcycling-Dienstag.

 

Bruno, Chef de police

Anfang September waren wir im Urlaub in Südfrankreich (mal wieder). Als Lektüre hatte ich mir unter anderem zwei Krimis mitgenommen, die beide in Frankreich spielen: Einer in der Bretagne und einer im Périgord. Und dieser hat mich echt begeistert.

Bruno Courrèges lebt in der Kleinstadt (eher ein großes Dorf) Saint-Denis im Périgord, ermittelt als Polizeichef in meist harmlosen Fällen, zieht sein eigenes Gemüse und trainiert die Jugendmannschaft im Rugby. Da erreicht ihn die Nachricht, dass ein algerischer Kriegsveteran, dessen Familie im Ort wohnt, brutal ermordet wurde.
Auf den ersten Blick wirkt das Verbrechen wie eine rassistische Tat, die nationale Polizei wird eingeschaltet. Weil sie auf Brunos Ortskenntnis und Beziehungen angewiesen ist, binden die Ermittler ihn eher widerwillig in die Untersuchung ein. Dabei stößt Bruno auf Ereignisse in der Vergangenheit, die zur Lösung des Falles führen.

Von der ersten Seite an hat mich das Buch gepackt. Die Figur des Bruno Courrèges und auch alle anderen Personen des Romans sind gut gezeichnet und sowas von französisch (ohne in Klischees abzudriften), dass ich mich mit ihnen ausgesprochen wohl gefühlt habe. Das Leben in einer kleinen Gemeinde, wo die Menschen sich kennen und miteinander durch ganz unterschiedliche Beziehungen verbunden sind, bildet den Rahmen für die Ermittlungen und blitzt immer wieder in kleinen Szenen durch. Das lockert auf und macht gleichzeitig die Tat noch schwerer verständlich. Zumindest so lange, bis die Hintergründe aus der französischen Geschichte nach und nach die Klärung bringen.

Ein Buch, das französische Leichtigkeit und Sonne bringt, vielleicht gerade in der dunklen Jahreszeit nötig. Und das von einem Autor, der aus Schottland stammt. 😉

Martin Walker:
Bruno, Chef de Police

Diogenes 2010, 10,90 Euro

P.S.: Ich habe mir schon die nächsten beiden Bände gekauft. Mal sehen, ob sie mich genauso begeistern werden.

„Der Poet der kleinen Dinge“

Alex, eine dreißigjährige Frau, sieht aus wie ein Junge, arbeitet für eine Weile auf einer Hühnerfarm in der Normandie und wohnt zur Untermiete bei Marlène und Bertrand. Den behinderten Bruder ihres Vermieters hat sie ins Herz geschlossen: Gérard wirkt wie ein schräges Monster, lacht viel und trägt Gedichte vor, die keiner außer ihm selbst versteht.
Cédric und Olivier verbringen viel Zeit am Kanal mit Nichtstun. Cédric ist arbeitslos und deprimiert, Olivier säuft Bier und baut aus den leeren Dosen einen Staudamm.

Die vier Außenseiter treffen aufeinander, nähern sich allmählich an und setzen schließlich gemeinsam Alex‘ Plan um, mit dem sie Gérard vor seiner Schwägerin und die beiden anderen vor sich selber retten will.

Ein wundervoll französischer Roman von der Autorin des Buches „Das Labyrinth der Wörter“, das ich hier vorgestellt hatte.
Geschrieben aus zwei Blickwinkeln (Alex und Cédric), hat es mich gleich mitgenommen in die Leben der Beteiligten, in ihre Gedankenwelten, ihre Träume. Und ich habe mitgefiebert, ob denn alles funktioniert, was sich Alex überlegt hat.

Marie-Sabine Roger: Der Poet der kleinen Dinge
gebundene Version (hatte ich auf einem Bücherwühltisch gefunden): Hoffmann und Campe 2011
gibt es seit diesem Jahr auch als Taschenbuch (dtv)

Tausend Träume? JA !

Verzetteln, Zeitmangel, Unbeständigkeit? Darüber habe ich ab und zu hier geschrieben.
Zu viele Interessen, sich nicht entscheiden wollen, dabei ein schlechtes Gewissen haben – das kennen einige von uns.

Irgendwann, irgendwo habe ich von einer von euch einen Buchtipp bekommen. (Sorry, ich weiß nicht mehr, wer’s war, tippe aber entweder auf Buchstabenwiese oder wortmeer.)
Ich habe diesen Buchtipp auf meinen Wunschzettel geschrieben, das war’s erstmal.

Vor einigen Wochen bin ich in unserer Stadtbibliothek, bummele an den Regalen vorbei auf dem Weg zur Abteilung Kunst. Auf niedrigen Tischen liegen immer einige Bücher aus unterschiedlichen Sachbuchbereichen als Lockvögel aus. Und ich lasse mich gerne locken, streife mit dem Blick über die Titel und – bleibe stehen. Ein gelboranges Buch hat einen relativ langen Titel, der sofort ein Glöckchen erklingen lässt.
Das ist doch das Buch, das mir empfohlen wurde! Ich nehme es mit.
Und ich habe es regelrecht gefressen. Haben ständig genickt und „genau“ gemurmelt und gelacht und meinen Mann damit irritiert.
Ich habe mich sowas von gefunden in diesem Buch, dass ich der Tipp-Geberin ein dickes Danke! zurufen möchte.

Was für ein Buch ich meine? Das hier:

Barbara Sher:
Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast.

Das Buch ist sozusagen die Erlaubnis zum Verzetteln, das aber bitte mit Methode.
Die Autorin, Karriereberaterin und Autorin aus den USA, beschäftigt sich hier mit einem Menschentyp, den sie „Scanner“ nennt.
Es gibt Menschen, die von Natur aus breitgefächerte Interessen und Begabungen haben. In der Schule kommen sie normalerweise gut zurecht, weil sie sich mit den unterschiedlichen Fächern beschäftigen können.
Danach aber wird es für sie schwierig: Üblicherweise entscheidet man sich für einen Beruf, beschränkt sich also auf ein Gebiet. Weil in unserer Gesellschaft die Vorstellung herrscht, dass man sich spezialisieren muss, um erfolgreich zu sein. Weil man als oberflächlich und sprunghaft gilt, wenn man sich für ganz unterschiedliche Bereiche interessiert.
Scanner wollen und können sich aber nicht festlegen, sie hätten immer das Gefühl, es fehlt etwas, wenn sie sich für das eine und damit gegen das andere entscheiden.

Barbara Sher dreht den Spieß einfach um. Wenn ein Scanner sich so akzeptiert, wie er ist, dann blockiert er sich nicht mehr selber. Es braucht dann noch ein paar Techniken, um sich selber zu managen, um den verschiedenen Interessen den passenden Raum zu geben.
Das klingt jetzt sehr plakativ, vielleicht ein wenig platt, liegt aber daran, dass ich hier stark verkürze.
Barbara Sher gliedert die Scanner in verschiedene Untergruppen, verschiedene Typen, denen sie Methoden und Hilfsmittel an die Hand gibt, um sich zu organisieren. Das alles zu erläutern, ginge hier zu weit.

Deshalb kann ich jeder/jedem, der zu Verzettelitis neigt, dieses Buch ans Herz legen. Vor allem gibt es inzwischen einen Taschenbuchversion, die ich mir nach dem ersten Durchfliegen des Bibliotheks-Buches gekauft habe.
Und mit dem ich jetzt nach und nach arbeiten werde.

Und schon das erste Lesen des Buches hatte einen positiven Effekt: Ich kann mich mit voller Kraft mit der Sache beschäftigen, die ich gerade für „an der Reihe“ halte, ohne schlechtes Gewissen, etwas anderes zu vernachlässigen. Weil ich weiß, dass ich turnusmäßig zum nächsten Gebiet weiter wandern werde. Und dass das gut so ist.

Rhythm is it !

Ein paar Jahre ist es her, da platzte ich am späteren Abend durch Zufall beim Zappen in einen Dokumentarfilm. Ich sah jugendliche Tänzer, und weil Tanz mich immer interessiert, blieb ich vor dem Fernseher hängen.
Eine große Gruppe Kinder und Jugendliche aus Berliner Schulen, viele verschiedene Nationen und oft aus „Problembezirken“, arbeitete unter der Leitung des Choreographen und Tanzpädagogen Royston Maldoom an einer Aufführung von „Le sacre du printemps“ von Igor Stravinsky. Die Aufführung sollte zusammen mit den Berliner Philharmonikern unter Leitung von Sir Simon Rattle stattfinden.

Die Arbeit mit den jungen Menschen, die fast alle weit entfernt von klassischer Musik und Tanz waren, faszinierte mich. Nicht nur, dass in sechs Wochen ein Werk auf die Bühne gestellt wurde, das sich sehen lassen konnte. Die Kinder und Jugendlichen bekamen auch eine gehörige Portion Selbstbewusstsein mit für ihren weiteren Weg, ihre Persönlichkeiten entwickelten sich ganz erstaunlich mit den Aufgaben, die ihnen gestellt wurden.

Royston Maldoom hat inzwischen ein Buch geschrieben über seine Geschichte und seine Arbeit. Über den Tanz und die vielen Projekte in aller Welt, die unter das Stichwort „Community Dance“ fallen.
Die Taschenbuchversion dieses Buches lag eine Weile bei mir im Regal, bis ich sie letztens endlich gelesen habe.
Verschlungen sollte ich besser sagen.
„Tanz um dein Leben“ zeigt die Hintergründe zu „Rhythm is it!“, zeigt einen Menschen, der seine ganze Kraft in die Projekte mit jungen Menschen steckt, um ihnen Selbstvertrauen zu geben, ihre Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen.
„Du kannst durch Tanzen dein Leben verändern“ ist sein Wahlspruch, den er immer wieder unter Beweis gestellt hat.

Ein spannendes Buch. Ein Buch, das auch für „Nichttänzer“ Anregungen gibt. Ein Buch, das zeigt, wie Vertrauen, das man Menschen entgegenbringt, Zutrauen in ihre Fähigkeiten, diese Fähigkeiten befördert.

Royston Maldoom:
Tanz um dein Leben

Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2011
9,99 Euro

 

Nicht nur für Bahnfahrer

Wer von euch hat schon mal im Speisewagen eines Zuges gesessen, gegessen oder getrunken? Wer von euch hat dort einige Zeit lang Menschen beobachtet oder mit ihnen gesprochen?
Ich fahre selten mit dem Zug, im Speisewagen war ich noch nie.

Aber es gibt einen Mann, der ein ganzes Jahr kreuz und quer durch Deutschland gefahren ist und viel Zeit im Speisewagen oder im Bordbistro verbracht hat. Beruflich. Denn er ist Journalist und Autor, wollte ein Buch darüber schreiben. Weil die Menschen sich im Speisewagen in einer speziellen Atmosphäre begegnen. Weil Fremde dort aufeinander treffen und sich Gespräche ergeben, die unter Bekannten oft nicht stattfinden würden.

Torsten Körner hat seine Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse, die Beobachtungen und Gespräche aufgeschrieben. Die spannenden und berührenden Dialoge, die amüsanten Impressionen und seine tiefgehenden, philosophierenden Gedanken rund um den Speisewagen hat er mit kraftvoller und einfühlsamer Sprache festgehalten, voller lebendiger Bilder und immer mit einem Augenzwinkern.
Er wollte sich unterwegs nicht als Autor zu erkennen geben, wollte authentische, keine gespielten Begegnungen. Also hat er Orte verfremdet, Geschlecht, Alter, Namen der Personen verändert, um die Privatsphäre der Menschen zu wahren. Ich mag das.

Ein Buch, das mich beim Lesen mitgenommen hat auf diese Reisen, das ich genossen habe, als hätte ich neben dem Autor im Zug gesessen, das ich häppchenweise sicher wieder lesen werde.
Und das euch vielleicht auch gefallen könnte:

Torsten Körner: Geschichten aus dem Speisewagen

Frankfurt a.M.: Fischer Taschenbuch Verlag 2011, 9,99 €

 

Neue Aufgaben für alte Bücher

Was macht man, wenn man die Bücherregale im Haus gut gefüllt hat und der Platz für die neuen nicht mehr reicht?
Man sortiert alte Bücher aus den Regalen aus. Wohin aber nun damit?
Da gibt es verschiedene Möglichkeiten.

1.) Frevlerische Banausen werfen die Bücher ins Altpapier. Unmöglich !
2.) Man kann Bücher weitergeben, z.B. an caritative Einrichtungen. Dafür eignen sich zumindest Romane, die noch nicht so zerlesen sind. Sollte ich demnächst mal machen.
3.) In manchen Städten gibt es öffentliche Bücherschränke, in die man die Bücher stellen kann. Bei uns leider nicht. Abgesehen davon, dass ich vermutlich andere dafür mitnehmen würde und so nichts gewonnen wäre.
4.) Man kann Bücher in Kisten auf den Speicher stellen. Habe ich letztens erst gemacht. Die Kisten verstopfen aber irgendwann den freien Raum zum Wäschetrocknen.
5.) Man kann Bücher einer neuen Verwendung zuführen, kann sie umnutzen (auch wenn sie dabei meist „zerstört“ werden). – Das habe ich jetzt begonnen.

Wie ich darauf komme?
Vor einiger Zeit las ich von einem Buch, das das spielerische Recycling alter Bücher vorstellt. Und das habe ich mir jetzt gegönnt:

Jason Thompson: Kunst aus Büchern

Bern: Haupt-Verlag, 2012 (152 Seiten, 24,90 €)

Ein wunderschön gemachtes Buch, voller kreativer Ideen und anregender Fotos.
28 Schritt-für-Schritt-Projekte werden präsentiert, bei denen KünstlerInnen aus zerlegten Büchern, aus Buchteilen mithilfe ganz unterschiedlicher Techniken Dekoratives und Nützliches hergestellt haben. Schmuck, Deko-Objekte, Taschen, Gefäße, Mobiles und vieles mehr.
Ein Buch, dass selber bestimmt nicht recycled wird, weil es immer wieder zum Stöbern einlädt, weil es inspiriert, Ähnliches zu probieren und weiter zu denken.

Gestern musste ich natürlich gleich etwas ausprobieren. Das erste (relativ dünne) Taschenbuch ist zerlegt und verarbeitet.
Die Ergebnisse zeige ich euch dann in den nächsten Tagen.

 
Nachtrag:
Ich habe gerade von einer Freundin einen Link zu einer wunderschönen Bücher-Skulpturen-Geschichte in Schottland (!) erhalten.
Schaut mal hier vorbei: Liebeserklärung an Bücher, Wörter und Ideen