Jeans-Jäckchen mal anders


 
Mir ist ein Garn aus recycled Denim – als aufgearbeiteter Baumwolle (Jeans?) – in die Finger gefallen. Weich, kleine Noppen im Faden, helles Jeansblau – daraus musste ich einfach etwas stricken.
Und weil ich in diesem Jahr Spaß an Lochmustern gefunden habe, gibt’s ein kleines Jäckchen mit ganz vielen Lochreihen.
 

 
Die Jacke ist in einem Stück gestrickt, mit dem Bündchen am Rücken begonnen.
Zunahmen an beiden Seiten für die Ärmel, dann Teilen und die beiden Vorderteile gegengleich direkt dran gestrickt. Auch die Bündchen (kraus rechts) sind gleich angestrickt, so dass ich am Ende nur noch die Seitennähte schließen und die Knöpfe annähen musste. Die sind übrigens aus meinem Fundus, alte Perlmuttknöpfe, vermutlich von Mutter oder Schwiegermutter.
 

 
Hier sieht man, wie sich die schrägen Lochreihen am Rücken in der Mitte treffen.
Ich hoffe, dass sich durch diese Musterführung die Jacke nicht verzieht.

 

Buchtipp: Drohnenland


 
Regelmäßig stöbere ich im Internet, ob es von Autoren oder Autorinnen, die ich gerne lese, Neues auf dem Buchmarkt gibt.
Als Krimifan gehört für mich Tom Hillenbrand auf diese Liste.
Sein erster Kriminalroman „Teufelsfrucht“ dreht sich um den Luxemburger Koch Xavier Kiefer und hat mich von der ersten Seite an gepackt, so dass ich auch die anderen Bücher dieser Reihe gekauft und begeistert gelesen habe.

2014 erschien dann ein ganz anderer Krimi, ein Thriller, der in der Zukunft spielt, in einer Zukunft, die zum Teil gar nicht so weit entfernt scheint.

Im vereinten Europa mit Hauptstadt Brüssel ist die Überwachung per Kamera total. Polizeidrohen filmen überall alles und jeden, die Daten werden im Fahndungscomputer bei Europol gesammelt und gespeichert.
Geschieht ein Verbrechen, dann brauchen die Ermittler nur eine „Spiegelung“ des Tatorts aufzurufen, sich alle Daten geben zu lassen und schon können sie – unterstützt vom sprechenden Fahndungscomputer – den Fall lösen.
Als ein Parlamentarier auf einem Feld außerhalb der Stadt ermordet wird, bekommen Kommissar Aart van der Westerhuizen und Forensikerin Ava Bittman den Fall übertragen und scheinen ihn innerhalb kürzester Zeit gelöst zu haben.
Allerdings fallen ihnen andere Todesfälle unter Parlamentariern auf, und sie entdecken Hinweise, dass die Daten, die ihnen zur Verfügung gestellt wurden, manipuliert sind.
Nach und nach kommen sie einer Verschwörung auf die Spur, die ganz Europa durchzieht. Doch nun müssen die beiden um ihr Leben fürchten. Und wie schafft man es, den Häschern zu entkommen und das Komplott auffliegen zu lassen, wenn man sich nicht frei und unbeobachtet bewegen kann?

Ein spannender und gut durchdachter Thriller, der die heutigen technischen Möglichkeiten weiter treibt und dabei die Leser zum Nachdenken bringt.

Tom Hillenbrand: Drohnenland
Köln: Kiepenheuer & Witsch 2014
Taschenbuch: 9,99 Euro

 

Im Frühjahr an den Herbst gedacht

Es war schon ein komisches Gefühl, Anfang Mai in der Provence einen dicken Wollpullover zu stricken. Antizyklisch nennt man das wohl.
 

 
Ich mag Zopfmuster. Und hier waren es nicht zu viele Maschen, die verzopft werden mussten. Deshalb und wegen der dicken Trachtenwolle strickte sich das Ganze recht entspannt.
 

 
Rechts und links vom zentralen Zopf habe ich glatt rechts gestrickt.
Dann teilt sich der Zopf und in der Mitte wächst ein neuer empor. Innerhalb des Zopfbereichs lässt glatt links die Zöpfe gut hervortreten.
 

 
Den Rollkragen habe ich halsfern gestrickt, ich mag’s nicht so eng.
Als Bündchenmuster dient – auch an den Ärmeln und am Bund unten – ein großes Perlmuster.

 

Wie wenig ist genug?

Wenn man mit dem Ausmisten einmal angefangen hat, kann es passieren, dass man kein Ende findet. Dass man entrümpelt und Dinge los wird und es bleibt immer weniger zurück.
Wann hört man auf?
Ich glaube, das ist eine sehr persönliche Entscheidung. Jeder hat da seinen eigenen Endpunkt. Wo meiner ist, weiß ich noch nicht (weil ich im Prozess bin, vermutlich eher am Anfang).

Es gibt Menschen, die haben ihr „genug“ gefunden. Und genug ist für sie sehr wenig.
Sie nennen sich Minimalisten und anscheinend findet dieser Trend seit Jahren steigenden Zuspruch, vor allem in der jungen Generation.

Wir leben in einer Zeit, in der es so viele Dinge gibt, wie nie zuvor. Sie werden mehr und immer schneller mehr. Optionen ohne Ende. Reizüberflutung. Entscheidungschaos. Das erzeugt Druck und Stress.
Wen wundert’s, wenn sich da eine Gegenbewegung entwickelt, ein Gegenentwurf zur konsumorientierten Überflussgesellschaft.

Minimalisten sind Menschen, die sich nur mit wenigen Dingen umgeben. Und zwar mit denen, die ihnen unverzichtbar sind.
Ein Minimalist hat vermutlich einen guten Laptop, ein Smartphone, aber keine (oder kaum) Bücher. Bücher zu besitzen ist in digitalen Zeiten nicht nötig. Hauptsache man hat Zugriff auf die Inhalte.
Schnickschnack wird konsequent entsorgt, weil er Energie frisst (z.B. muss man ihn „in Ordnung“ halten) und weil er ablenkt. In Zeiten, in denen Zeit eine knappe Ressource ist, möchte der Minimalist seine Zeit nutzen für Aktivitäten, die ihm am Herzen liegen, nicht dafür, seine Sachen aufzuräumen.
Wenn Besitz ein Statusmerkmal ist, kostet es viel Energie, Zeit, Geld, den Status aufrecht zu erhalten oder sogar auszubauen. Stress, den der Minimalist vermeidet.
Minimalismus scheint eine Möglichkeit zu sein, wieder den Überblick und damit die Kontrolle über sein Leben zu bekommen.

Minimalisten besitzen oft nur 100 oder 200 Dinge. Keine Ahnung ob ein Paar Socken da als ein oder zwei Teile gezählt wird. Auf jeden Fall ist das Größenordnungen entfernt von einem Durchschnittshaushalt mit rund 10.000 Dingen (wie ich gelesen habe).
Das klingt einerseits spartanisch, andererseits macht es vermutlich leicht, flexibel.
Und irgendwie muss ich an Buddhismus denken: Kein Anhaften an den Dingen.

Ich glaube nicht, dass ich zur Minimalistin in Reinform werden könnte. Dafür bin ich als Künstlerin oft zu sehr Sammlerin (von Inspirationen, von Material etc.).
Aber den Kram um mich herum zu reduzieren auf das für mich Wesentliche, daran arbeite ich gerade.

Übrigens: Diese Reduktion ist sicher deutlich einfacher, wenn man alleine lebt. Ansonsten gilt: Entsorgen nur einvernehmlich, sonst ist die Gemeinschaft schnell am Ende.

Wer piept denn da?


 
Blaumeise

Wenn ich aus dem Küchenfenster schaue, wächst am Rand unseres Grundstücks ein Ahornbaum. Hat sich dort wohl irgendwann ausgesät.
Immer wieder landen dort Vögel, picken am Baum herum – vermutlich finden sie Blattläuse oder andere Viecher – und flattern dann weiter.
Und manchmal habe ich Glück, dass sie lange genug sitzen bleiben, bis ich meine Kamera geholt und sie porträtiert habe.
 

 
Kohlmeise

Ich mag Meisen sehr. Sie wirken immer so fröhlich, so flink und leicht.
Und sie singen viel lauter, als man es ihren kleinen Körpern zutrauen würden.