Experiment Holzschnitt (3)

Nach all den Übungsdrucken jetzt endlich etwas, das man rahmen und ausstellen kann, dachte ich mir.

Ich habe mich für das glatte Papier entschieden, weil es die Farbe gleichmäßiger annimmt als das raue Aquarellpapier.
Ich bereite vier Blätter A4 und ein Blatt A3 vor, indem ich mir mit feinen Bleistiftpunkten markiere, wo ich den Druck platzieren möchte.
Dann starte ich mit einer einfarbigen Grundierung in Graugrün.

Als Kontrastfarbe nehme ich eine Art Korallenrot und wähle die Druckplatte mit der Ammoniten-Spirale.

Das Druckbild gefällt mir gut. Ich drucke vier solche Motive auf die A4-Blätter.

Auf dem A3-Blatt drucke ich vier Quadrate im Quadrat. Dabei nur zweimal die Spirale, ergänzt durch die Wellen.
Bei diesem Blatt muss ich besonders sorgsam arbeiten, damit ich das Blatt nicht verschmiere beim mehrfachen Wenden und Drucken.
Ich lasse alle Drucke über Nacht gut trocknen und rahme am nächsten Tag.

Der Viererdruck kommt in einem Rahmen im Format 40 x 50 cm.

Die Serie aus vier Einzeldrucken bekommen Rahmen im Format 24 x 30 cm.
Alle Drucke sind signiert, die Serie auch nummeriert.

Ich hoffe, euch hat dieser Ausflug in den Holzschnitt gefallen.
Mir hat es viel Freude bereitet und ich werde demnächst sowohl mit den bestehenden Schnitten als auch mit weiteren (vielleicht auch auf Linoleum) fortfahren.

Advertisements

Experiment Holzschnitt (2)


 
So, jetzt geht’s ans Drucken!
Was brauche ich?
Papier: Ich habe mir zwei Papiersorten in passende quadratische Blätter geschnitten bzw. gerissen, ein glattes weißes Papier und ein raues Aquarellpapier. Außerdem habe ich ein paar alte Buchseiten für erste Probedrucke bereit gelegt.
Farben: wasserlösliche Linoldruckfarben in Gelb, Rot, Blau, damit ich mir beliebige Farbtöne mischen kann. Dazu noch Weiß und Schwarz (das hatte ich noch), zum Aufhellen und Abdunkeln.
Eine Gummirolle und eine Glasplatte zum Farbe-Ausrollen, ein Malspachtel zum Mischen der Farben und natürlich meine Druckplatten.
Auf zum Mischen …
 

 
Die Farbe dünn und gleichmäßig auf der Glasplatte ausrollen, sodass die Rolle ebenfalls gleichmäßig und dünn bedeckt ist. Dann die Holzplatte einfärben.
Ich musste erstmal ein Gefühl dafür bekommen, wie viel Farbe ich brauche.
 

 
Ich starte mit einem Abdruck auf eine Buchseite. Okay, das funktioniert.
Dann habe ich angefangen mehrschichtig zu drucken.

Zuerst mit der unbeschnittenen Platte einen farbigen, strukturierten Untergrund. Darauf dann einen ersten Motivdruck in Weiß – das wirkt schön transparent.

Darauf wiederum den nächsten Motivdruck in Kontrastfarbe.

So habe ich mich durch alle Platten gedruckt, jeweils mit zwei Kontrastfarben und jeweils auf beide Papiersorten.
Das Ergebnis einer langen „Druck-Session“:

Und als nächstes werde ich mit einer Farbkombination und einem oder zwei Motiven eine kleine Serie drucken, die ich rahmen möchte. Das zeige ich euch morgen.

Experiment Holzschnitt (1)

Erinnert ihr euch an den Kunst-Unterricht in der Schule? Musstet ihr damals auch Linoldruck machen? Extra dafür ein Linoldruck-Set kaufen mit Farbplatte, Gummirolle, schwarzer Druckfarbe und diesen Schnitzmessern. Dazu braunes Linoleum, auf der Rückseite mit Jutegitter verstärkt.
Und dann gab es irgendein Thema, das wir umsetzen sollten.
Ich habe das gehasst. Vermutlich, weil uns niemand erstmal erklärt hat, wie man mit Werkzeug und Material arbeitet, was es alles für Möglichkeiten gibt.
Und nach dem einen Projekt im Unterricht war nie wieder die Rede davon.
Seitdem lag das Zeug bei mir in irgendeiner Schublade, denn wegwerfen wollte ich es nicht.
 

 
Linoldruck gehört zu den Druckgrafik-Techniken, ist ein Hochdruck-Verfahren. Das bedeutet nicht, dass man mit hohen Druck druckt (kann man, muss man aber nicht), sondern dass die hochstehenden Flächen drucken, die ausgeschnittenen Teile bleiben frei.
Genauso funktioniert auch der Holzschnitt.
Dabei wird das Bild, die Grafik statt in Linoleum in eine Holzplatte geschnitten. Ich habe mir die Technik im Internet angeschaut. Vor allem der Farb-Holzschnitt hat mich fasziniert. Dabei werden mehrere Platten geschnitten, die Teile des Motivs tragen und jeweils für eine Druckfarbe gedacht sind. Dann werden nacheinander die Platten eingefärbt und abgedruckt, eine über die andere.

Ihr kennt mich: Sowas muss ich einfach ausprobieren.
Also habe ich letztens in einem Zeichenblock ganz viele Zeichnungen gemacht, lauter kleine Entwürfe, was man denn in Holz schneiden und drucken könnte. Einzelne Motive, die vielleicht auch übereinander ihre Wirkung entfalten könnten.
 

 

 
Als nächstes habe ich die Motive eingescannt, am PC nachbearbeitet und schon mal am Monitor ein bisschen Drucken gespielt (meint: einzelne Motive übereinander gelegt). Weil ich nämlich für den Anfang nur vier quadratische Holzplatten hatte, also eine Auswahl treffen musste.
 

 
Ich habe Pappelsperrholz gewählt.
Sperrholz, weil es sich nicht so leicht verzieht, wenn man mit wasserlöslichen Druckfarben arbeitet.
Pappel, weil das ein weiches Holz ist und ich hoffte, dass mein Linolschnitz-Set dafür ausreicht.
Meine Motive habe ich mit Bleistift auf das Holz übertragen.
 

 
Dann ging es ans Schnitzen. Zuerst mit dem Messer die Kanten schneiden, damit das Holz nicht splittert. Dann mit den anderen Werkzeugen die Vertiefungen ausarbeiten.
Das hat eindeutig meditativen Charakter, auch wenn man ziemlich drücken muss und die Hand anschließend ein bisschen weh tat.
 

 
Hier sind also die vier geschnittenen Holzquadrate, alle in der Größe 13 x 13 cm.
Außerdem habe ich noch eine ungeschnittene Sperrholzplatte in gleicher Größe, mit der ich farbigen Hintergrund drucken möchte.

Soweit die Vorbereitungen. Zum Drucken komme ich beim nächsten Mal.

Jetzt ab damit zum creadienstag.
 

Bunte Kartoffelpfanne mit Hackfleisch

Letztens habe ich eine (für mich) erschreckende Zahl gehört:
Laut Ernährungsreport 2017 (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) wird immer weniger selber gekocht, in Deutschland stehen nur noch 39 % regelmäßig am Herd.
Ich gehöre also einer Minderheit an – auch gut !!
Heute gab’s bei uns das hier:


 

Zutaten: (2 Personen)
5 – 6 mittelgroße Kartoffeln
1 TL Bio-Gemüsebrühe (Instant)
1 EL Olivenöl
200 g gemischtes Hackfleisch
1 Zwiebel
1 kleine rote Paprikaschote
je eine Hand voll TK-Erbsen und TK-Prinzessbohnen
Salz, Pfeffer
Majoran (getrocknet)

Zubereitung:
Kartoffeln schälen und in ca. 2 cm große Würfel schneiden.
Kartoffelwürfel mit wenig Wasser und der Gemüsebrühe in 10 – 12 min garen.
Nach 5 min die TK-Bohnen zugeben und mitgaren.
Zwiebel schälen und würfeln. Paprika putzen und ebenfalls würfeln.
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und das Hackfleisch darin krümelig anbraten.
Zwiebelwürfel zugeben und anbraten, dann Paprikawürfel zugeben und andünsten.
Die gegarten Kartoffelwürfel und Bohnen zusammen mit dem Rest Brühe in die Pfanne schütten, Erbsen zugeben, mit Pfeffer und Majoran würzen und alles sanft köcheln lassen, bis die Flüssigkeit verdampft ist.
Evtl. noch nachwürzen mit Salz und Pfeffer und in der Pfanne servieren.

Guten Appetit !
 

Gläsernes für eine Freundin

Vor einer Weile hatte ich euch meinen Teelichthalter mit beschränktem Durchblick gezeigt.

Eine gute Freundin von mir hat gerade ihr neues Buch, einen Krimi, veröffentlicht. Ich durfte vor der Veröffentlichung schon als Testleserin fungieren und bin begeistert.
Der Krimi spielt am Neusiedler See im Osten Österreichs und die Hauptfigur, Luise Pimpernell ermittelt in einem Mordfall.

Für die Buchpräsentation am nächsten Sonntag habe ich meiner Freundin dann drei Teelichthalter mit ihrer Comic-Version der Ermittlerin, der gezeichneten Lu Pimpi, und dem Leuchtturm vom Buchcover geschickt.
Das Foto habe ich abends noch schnell gemacht, bevor ich alles gut eingepackt habe.

Und wenn euch das Buch selber interessiert, hier der Link zum Verlag:
Tod eines Surfers

Und natürlich schicke ich Lu Pimpi jetzt gleich mal zum creadienstag.
 

Grenzenlos

Wieder mal unterwegs. Wir rollen mit dem Wohnmobil über eine schmale Landstraße im äußersten Osten Österreichs, haben den Neusiedler See hinter uns gelassen. Rechts und links von uns Wiesen, gesäumt von einzelnen Bäumen und Buschreihen. Über uns ein dunstig-blauer Himmel. Vor und hinter uns kein Auto zu sehen, es ist Mittagszeit.
Ich mag dieses gemächliche Reisen, das Muße lässt, um beidseits des Weges Landschaft, Vegetation und Tierwelt wahrzunehmen. Die sanften Wellen der Weideflächen erinnern mich ans Meer. Der Wind lässt die Blätter der hohen Pappeln vor uns silbrig flirren und die Sonne wirft ihre Schatten als schmale Streifen über die Straße. Im Grasrand neben der Fahrbahn rosafarbene und blassblaue Tupfen: wilde Malven und Wegwarten. Die anspruchslosen Gewächse gedeihen auch oder gerade auf mageren Böden.
Auf einem Zaunpfosten hockt ein Bussard, späht von seinem Sitz nach Mäusen. Ein zweiter kreist hoch über einem brachliegenden Feld.
Die Straße zieht sich Kilometer um Kilometer durch die Weite. Der Asphalt, anfangs noch glatt und dunkel, wird grau-scheckig, rissig und unebener. Sonst ändert sich nichts. Irgendwann sehen wir vor uns die Silhouette eines Dorfes, geduckte Häuser, ein Kirchturm. Die Wiesen rundum werden zu Gemüsegärten. Dann das Ortsschild: Nyárliget. Wir sind in Ungarn.

Wie einfach es sein kann. Wie entspannt und problemlos, wenn Grenzen keine Grenzen mehr sind, die trennen. Wenn der Personalausweis genügt, um sich auf die Reise zu machen, um zu fahren, zu schauen, kennenzulernen.
Ich war schon einmal in Ungarn, das ist über dreißig Jahre her, damals vor dem Abitur. Studienfahrt nach Budapest. Lange vorbereitet, weil eine Reise in den Ostblock intensiver Formalitäten bedurfte. Jeder brauchte Reisepass und Visum. Die Anträge für die Visa füllten wir in der Schule gemeinsam aus. Name, Name des Vaters, Name der Mutter, Geburtsname der Mutter, Orte, Daten, so viele Informationen waren nötig. Die Anträge und Pässe gingen zur Ungarischen Botschaft in Düsseldorf. Bis wir sie wiederbekämen würde es dauern. Inzwischen weitere Vorbereitungen in der Schule. Referate zu Geschichte, Kultur, Leben. Ein paar Brocken Ungarisch lernen. Was heißt Bitte und Danke? Wie sage ich „Guten Tag“ oder „Auf Wiedersehen“? Und noch eine wichtige Vokabel: „Egészségére!, “ bedeutet „Prost“ – immerhin fuhren wir in ein Weinland und die meisten von uns waren volljährig.
Mit dem Zug rund zwanzig Stunden von Aachen ganz im Westen nach Budapest weit im Osten Europas. Irgendwann stand der Zug an der Grenzstation zwischen Österreich und Ungarn. Unsere Reisepässe und Visa hatten die Lehrer gesammelt für die Passkontrolle. Warten. Aus dem Abteilfenster auf den Bahnsteig schauen. Dort patroullierten Grenzsoldaten in Uniform, strenger Blick, das Gewehr geschultert. Für uns ein ungewohnter Anblick, bedrückend, ein bisschen unheimlich.
Wir wussten uns zu helfen, öffneten das Abteilfenster, begannen zu singen, das einzige ungarische Volkslied, dass wir kannten: „Az a szép, az a szép, akinek a szeme kék, …“
Und bildeten uns ein, die Blicke der Soldaten wären etwas weniger streng gewesen.

Damals Visumpflicht und bewaffnete Grenzer, heute eine offene Landstraße und Reisefreiheit. Und wie wird es morgen sein?
Wenn ich im Fernsehen Bilder sehe von neuen Grenzzäunen, läuft es mir kalt den Rücken herunter.

* * * * *

Diese kurze Geschichte habe ich geschrieben für den Leseabend unserer Autorengruppe im November. Der Ungarn-Urlaub ist zwar schon eine Weile her, aber mir ging aufgrund der Nachrichten das Thema durch den Kopf.

 

und nochmal Lochmuster …

Auch wenn der Sommer inzwischen (fast) vorbei ist, gibt’s heute noch ein Strick-Top ohne Ärmel, dafür mit vielen kleinen Löchern.
 

 
Das Baumwollgarn mit Farbverlauf von Gelb über Weiß nach Grau war ein Restposten im Kaufhaus. Und da lagen auch Zettel mit diesem Lochmuster herum. Also habe ich beides mitgenommen und geschaut, was ich daraus machen kann.
 

 
Das Muster sieht komplizierter aus, als es sich strickt. Wenn man das Schema einmal kapiert hat, geht’s fast von alleine, zumindest ohne Zettel und Nachzählen der Reihen.
 

 
Als Kantenabschluss am Ausschnitt und an den Armen habe ich einfach eine Lochreihe gestrickt, gefolgt von einer Reihe glatt rechts und dann links abgekettet. Das sitzt super.

Und dann fiel mir mit einem Mal auf, dass das Grau im Baumwollgarn genau zum Grau meines Seelenwärmerchens von letztens passt:
 

 
Also werde ich das Top wohl doch noch tragen können, auch wenn es heute arg nach Herbst aussieht.

Jetzt schicke ich es erstmal schnell zum creadienstag und schaue, was dort noch alles gezeigt wird.
Und auf eine nette Einladung hin auch zu Fannys liebsten Maschen.