Anleihe an die 70er


 
Es gab da ein kleines Problem. Schon eine ganze Weile. Jetzt habe ich mich entschieden, wie ich es lösen kann – durch eine kleine Häkelei. Mal eben zwischendurch.

Ahnt ihr es? Genau – ich häkele für die Ersatz-Klorolle.
In den 70ern gab es sie schon, die dekorativen Überzieher. Irgendwann wollte sie keiner mehr sehen, sie verschwanden in der Versenkung.
Jetzt habe ich beschlossen, dass das Prinzip gar nicht so übel ist. Muss ja nicht mit Rüsche sein.
 

 
Zuerst mit Stäbchen einen flachen Kreis häkeln passend zum Durchmesser der Klorolle.
 

 
Jetzt geht’s ohne Zunahmen weiter. Die erste Runde häkele ich nur in die hinteren Maschenglieder, so bekomme ich eine klarere Kante.
 

 
Ich häkele abwechselnd 1 Stäbchen, 1 Luftmasche, wobei die Stäbchen immer um die Luftmaschen der Vorrunde gehäkelt werden. Das geht flott und reicht aus.
 

 
Der Beutel ist jetzt etwas höher als die Klorolle. Als Abschlusskante häkele ich statt Stäbchen nur feste Maschen im Wechsel mit Luftmaschen.
 

 
Durch die Kante ziehe ich ein flaches Gummi und vernähe es. So kann die Rolle problemlos rein oder raus.
Außerdem drehe ich mir aus dem Garn noch eine Kordel zum Aufhängen.
 

 
Die ziehe ich durch den Stäbchenkreis und verknote sie innen.
Und schon kann die Ersatz-Rolle geschützt in Griffweite baumeln.
 

 
Und nun ab damit zum creadienstag.
 

Winterzauber

Was für ein Winter!

Ich bin ja kein Freund von Schnee, Eis und Kälte – eigentlich.
Wenn allerdings dabei die Sonne vom blauen Himmel strahlt,
wenn der Schnee durch den strengen Frost –
nachts haben wir um die minus 10 Grad –
liegen bleibt und in der Sonne glitzert,
wenn am Wochenende Mittagsspaziergänge möglich sind,
dann finde ich den Winter zauberhaft.
Und muss natürlich mit der Kamera unterwegs sein.

 

 
Ein paar Impressionen habe ich zu einem Poster zusammengestellt.
Ein Klick aufs Bild vergrößert die Ansicht.

Ich hoffe, auch ihr könnt den Winter ein bisschen genießen.
Und ich hoffe, dass er nicht mehr allzu lange bleibt und dann einem ebenso zauberhaften Vorfrühling Platz macht.

 

Weltknuddeltag – wie sehr wir den brauchen !


 
Der 21. Januar ist 1986 zum Weltknuddeltag gekührt worden.
Unsere Kater Maurice (der Tiger) und Gaston (der Schwarze) haben sich das zu Herzen genommen.
 

 

In der Welt geht es gerade überhaupt nicht knuddelig zu.
Nach der Präsidentenwahl in den USA weht dort ein Wind der Trennung, der Abschottung, des Egoismus.
In Koblenz treffen sich europäische Rechtspopulisten, machen Stimmung vor den Wahlen, die in diesem Jahr in verschiedenen Ländern anstehen.
Unser Europa, in dem seit über 70 Jahren (!!!) Frieden herrscht, wird von vielen nicht mehr geschätzt.
Und ich könnte noch mehr Beispiele finden.

Warum nur müssen wir so sehr auf Konkurrenz aus sein?
Kooperation hat die Menschheit doch viel weiter gebracht.

 

Am Meer (8)


 

Am Meer (8)

Acryl auf Leinwand, 80 x 100 cm

* * * * *

Noch ein Bild vom letzten Jahr, aus dem November.
Das Meer, die Buhnen an der Nordsee, sind für mich immer wieder ein lohnendes Motiv.

 

Langlebigkeit – nicht mehr gefragt?


 
In meinem Kleiderschrank finden sich wahrlich alte Schätzchen. Natürlich nicht nur, aber:
Diesen Pullover habe ich vor rund 30 Jahren (!) gestrickt. Ja, ihr lest richtig. Ich habe ihn damals in zwei Versionen gearbeitet, diesen hier für mich und ein spiegelverkehrtes Modell eine Nummer größer für meinen Schatz. Auch der zweite Pullover existiert noch.
Das Muster habe ich selber entworfen und eine gute, strapazierfähige Wolle ausgesucht.
Wie man sieht: Die Investition hat sich gelohnt.
Inzwischen trage ich den Pullover selten, weil ich keine engen Rollkragen mehr mag. Aber in kalten Wintern wie diesem leistet er immer noch gute Dienste.

Wir haben zuhause auch noch einen hervorragenden alten Plattenspieler und natürlich die dazugehörigen Schallplatten: Dire Straits, Cat Stevens und ähnliches. Hin und wieder machen wir einen Nostalgie-Abend und genießen den Klang mit diesem angenehmen leichten Kratzen und Knacken. Nach etwa zwanzig Minuten steht einer von uns auf, geht zum Plattenspieler und dreht die LP um.
Es gibt keine Playlists, in denen man mal eben scrollt, wir hören einfach der Reihe nach ein Stück nach dem anderen.

Und wenn ich jetzt anfange zu suchen, werde ich sicher an einigen Stellen fündig. Es gibt bei uns viele Dinge, die wir nutzen, so lange sie funktionieren. Und die wir versuchen, möglichst lange am Leben zu halten – durch Reparieren. Denn bei alten Dingen geht das meist.
Wenn bei einem älteren Shirt eine Naht aufgeht, dann lohnt es sich, sie mit Nadel und Faden zu schließen, denn der Stoff ist noch in Form, die Farben sind kaum verblasst. Anders als bei vielen, die man heute mal eben billig-billig kauft.
Wenn es in einem alten Radio oder Verstärker knirscht, kann mein Schatz mit dem Lötkolben das Problem fast immer beheben, denn Kondensatoren, Röhren oder Widerstände kann man austauschen. Anders als bei heutigen Geräten, bei denen gleich ein ganzes Modul gewechselt werden muss.

Und die meisten von euch werden die Geschichte von der Glühbirne kennen, die in einer Feuerwache in den USA seit über 100 Jahren brennt.
Was sind dagegen die 10000 Stunden, die man einer heutigen Energiesparlampe nachsagt?

Ende letzten Jahres hat mich eine Randnotiz zum Weihnachtsgeschäft verblüfft: Während früher Fernseher eine Nutzungsdauer von rund 10 Jahren hatten, werden sie heute schon nach durchschnittlich 3 Jahren ausgetauscht. Die einen, weil sie defekt sind und die Reparatur zu teuer ist im Verhältnis zum Anschaffungspreis. Die anderen, weil es ja schon wieder so viel schönere gibt: größer, schärfer, mit mehr „Features“ (die man meist nicht braucht).
Selbst funktionsfähigen Geräte wandern oft in die Recycling-Anlagen, wo nur ein Bruchteil der in ihnen verwendeten Rohstoffe zurückgewonnen werden kann (und das mit viel Aufwand).

Ich frage mich: Warum machen wir das? Warum lassen wir das mit uns machen?
Warum lassen wir uns einreden, wir bräuchten all die Dinge, bräuchten mehr, bräuchten ständig Neues?

Klar, auch ich möchte nicht immer in denselben Pullovern herumlaufen. Auch ich möchte hin und wieder etwas mehr Komfort bei der Technik oder ein neues Möbelstück haben.
Aber ich wehre mich gegen die Wegwerf-Mentalität, die leider immer mehr um sich greift.
Ich möchte mich mit Dingen umgeben, die ich schätze, die ich wert-schätze. Und was ich schätze, das möchte ich lange behalten.
Deshalb habe ich auch immer noch den 30 Jahre alten Pullover.

 

Pimp My Shirt

Vor ein paar Wochen habe ich im Kleiderschrank aufgeräumt, einiges aussortiert und dabei ganz unten im Stapel dieses Langarm-Shirt gefunden.
 

 
Ein schlichtes Shirt, ich mag die Farbe, aber leider ist es zu kurz, sowohl an den Ärmeln als auch unten herum. Und dann kam mir eine Idee:
Warum nicht das Shirt verlängern – und zwar mit Strick !!
Im Fundus gab es noch drei Knäuel einfache Sockenwolle, die farblich perfekt passte.

Aber wie kann ich an das Shirt direkt anstricken, damit der Übergang schön elastisch bleibt?
 

 
Zuerst habe ich mit der Wolle und einer spitzen Nadel die Kanten im Knopflochstich umstochen.
War eine etwas langwierige Prozedur, weil ich mit langem Faden gearbeitet habe, um nicht so viele Enden vernähen zu müssen.
 

 
Danach ging’s dann flott. Aus den Querfäden habe ich Schlingen auf die Nadel aufgestrickt. An der unteren Kante habe ich mit einer Rundstricknadel gearbeitet, an den Ärmeln mit dem Nadelspiel.
 

 
Als Strickmuster habe ich mir das Pfauenmuster ausgesucht:
Maschenzahl teilbar durch 18
1. R.: * 6mal je 2 M li zusstr, 6mal (1 U, 1 M re) stricken * (von * bis * wdh)
2. – 4. R.: alle Maschen und Umschläge rechts stricken
 

 
Nachdem die Fäden vernäht waren, habe ich die Strickbordüren von links mit dem Dampfbügeleisen traktiert, damit sie schön weich fließend werden.
 

 
Und weil mir der Halsausschnitt zu nackt war, stricke ich aus dem restlichen Garn einen schmalen Schal.

Mein gepimptes Shirt wandert jetzt zum creadienstag.