Geschick


 
Und schon kam die nächste Besucherin zur Tür herein. Klein, zierlich, in einen handgestrickten Poncho gewickelt, trippelte sie durch den Raum und zu Nicola hinüber.
„Ist hier noch frei?“, fragte sie.
„Offensichtlich“, erwiderte Nicola Neugier und linderte ihre etwas harsche Erwiderung durch ein freundliches Lächeln.
„Entschuldigen Sie, ich mag nicht gerne so alleine sitzen. Ich heiße Gesa, Gesa Geschick. Handarbeitslehrerin. Ich dachte, wenn es um Weihnachtsgeschenke geht, muss ich dabei sein.“
Nicola stellte sich ebenfalls vor und bewunderte den Poncho.
„Eine schöne Arbeit, tolles Muster und die Wolle ist ganz weich.“
„Merino, handgesponnen.“ Gesa reckte sich stolz. „Ich kenne die Schafe persönlich.“
Nicola grinste. Diese Frau war ihr sympatisch. Etwas redselig vielleicht, aber nett. In den nächsten Minuten erfuhr sie alles über den Weg der Wolle vom Schaf zur Stricknadel.
„Und mit Wollresten kann man noch allerlei Kleinigkeiten basteln. Ich habe da gerade etwas für den Advent gemacht, schauen Sie mal.“
Sie zog ein Tablet aus der Tasche, wischte darüber und zeigte Nicola einen Blogbeitrag aus dem Internet.

* * *

Wollverwickeltes Teelicht-Glas


 
Für die Tischdeko im Naturlook brauchte ich noch Umhüllungen für meine Teelicht-Gläser (ihr kennt sicher die kleinen, einfachen vom Möbel-Schweden).
Und weil bei mir immer irgendwelche uralten Wollreste herumliegen, habe ich damit ein bisschen gespielt.
Hier sind die Zutaten:
 

 
Teelichtgläser, mit Klarsichtfolie überzogen und auf andere Gläser gestülpt
eine Schüssel zum Mischen
Kleister oder Acrylbinder, weiße Farbe
Wollreste
 

 
Du mischt Farbe und Kleister oder Binder.
Von der Wolle schneidest du lange Fäden ab, die du in der Farb-Kleister-Mischung badest. Richtig kräftig einmassieren, damit das Garn gut durchtränkt ist.
Die Fäden windest du dann um die Gläser, die von der Folie geschützt werden. Wickele, wie du magst, regelmäßig oder ganz wild.
 

 
Dann gut trocknen lassen, am besten bis zum nächsten Tag.
Weil ich ein bisschen zu wenig Farbe genommen habe, habe ich nochmal ein bisschen nachgetupft mit Weiß.
Nun kannst du die Folie von den Gläsern abheben und aus dem Wollgewickelten herausziehen. Fertig sind die Körbchen.
 

 
Bei mir stehen die Teelichtgläser nun auf einem Stück Jutesack zusammen mit Treibholz und umhäkelten Steinen. Ein bisschen Glanz kommt von einer goldenen Perlenkette und ein paar Gold-Draht-Kugeln.

Und nun ab damit zum creadienstag.
 

22. Dezember

Weihnachtskarten
 
Ein paar Weihnachtskarten – nur ganz wenige – verschicke ich jedes Jahr.
Und die müssen natürlich selbst gemacht sein.
Pinterest ist da eine unerschöpfliche Inspirationsquelle (z.B. dieser Pin).
 
Weihnachtskarten
 
Dunkelroter Karton, geschnitten und gefaltet.
Auf einem Blatt Papier habe ich mir die Form aufgezeichnet, die Punkte für die Löcher markiert.
Mit einer Nadel die Löcher vorgestochen, dann den Faden durchgezogen und hin und wieder eine kleine Perle aufgefädelt.
Mit kupferfarbenem Lackstift den Stamm angedeutet.
Ein Einleger aus weißem Papier und schon ist die Karte fertig.
 
Weihnachtskarten
 

Ich hoffe, meine Weihnachtspost kommt gut an. Nicht dass die Perlen für Irritationen in der Sortiermaschine der Post sorgen. 😉

Und jetzt ganz schnell damit zum creadienstag.
 

21. Dezember

Häkel-Tannen
 

Auch wenn die Adventszeit dieses Jahr besonders schnell rennt (ist zumindest mein Eindruck): Ein paar kleine Basteleien müssen sein.
Auf Pinterest habe ich diesen Pin gesehen, der Inspiration für meinen kleinen Häkeltannen wurde.

Von der Spitze nach unten gehäkelt und anschließend über Weinkorken gestülpt.
Anleitung kann ich euch keine geben, weil ich „nach Gefühl“ gearbeitet habe.

 

4. Dezember

Manchmal hat es einen verblüffenden Effekt, wenn man den Standpunkt wechselt.
Oder etwas auf den Kopf stellt.
Letztes Jahr habe ich ein bisschen Buchfalten geübt. Zuerst geometrisch, dann Formen wie eine Welle oder ein Herz.
Eines der Modelle aus alten Lexika-Bänden war das hier:
 
gefaltetes Buch
 
Vorgestern habe ich aufgeräumt und dieses Faltbuch in ein Regal gestellt, allerdings anders herum.
 
gefaltetes Buch
 
Woran denkt ihr, wenn ihr das seht?
Genau, an einen kopflosen Engel.
Das geht natürlich gar nicht. Also habe ich eine alte, hässliche Papier-Weihnachtskugel mit abgetönter Farbe bespachtelt und – voila:
 
Buch-Engel
 
Nix Dolles, aber ich habe mir irgendwie gefreut und den „Engel“ wieder ins Regal gestellt.
 

Haarspange aus Papier

Haarspange aus Papier
 
Vor einiger Zeit habe ich mir das Buch „Papierschmuck“ von Barbara Baumann gekauft. Ich habe es hier schon mal vorgestellt.

Heute habe ich die Anleitung für eine Haarspange ausprobiert. Einfach und funktioniert.
Zuerst schneidet man aus einer bunten Zeitschriftseite (ich habe ein Blatt aus einem alten Kunstmaterial-Katalog verwendet) ein Quadrat mit Seitenlänge ca. 20 cm.
 
Haarspange aus Papier
 
Dann faltet man die vier Ecken zur Mitte und wiederholt das nochmal.
 
Haarspange aus Papier
 
Die Seiten des entstandenen Quadrats (Seitenlänge ca. 10 cm) werden zur Mitte gefaltet und das Rechteck der Länge nach zusammengeklappt.
 
Haarspange aus Papier
 
Jetzt kommt die Nähmaschine zum Einsatz, das Papierstück wird mit Steppstichen vernäht.
 
Haarspange aus Papier
 
Die Fäden habe ich als Aufhängung verknotet, denn nun muss lackiert werden: am besten drei Schichten Acryllack. Der zieht durch die Nahtlöcher schön zwischen das Papier und macht aus dem Ganzen ein elastisches, recht strapazierfähiges Stück.
 
Haarspange aus Papier
 
Jetzt muss der Streifen nur noch auf ein Haarspangen-Klammer geklebt werden. Ich habe einfach Heißkleber verwendet. Gut andrücken, einen Moment warten, fertig!
 
Haarspange aus Papier
 
Und so sieht das Schätzchen dann aus:
 
Haarspange aus Papier
 
Man kann natürlich auch andere Größen, andere Formen, andere Nähte verwenden. Und ich denke, mit dieser Technik kann man auch Schmuck wie z.B. Broschen herstellen.
Mal sehen, was ich demnächst ausprobiere.

Meine Haarspange schicke ich natürlich zum Creadienstag (auch wenn die Idee nicht von mir ist).
 
Creadienstag

Papierschmuck

Es gibt Bücher, die sind schon zum Anschauen einfach wunderschön.
Und wenn dann noch jede Menge Inspirationen drin sind, die mich ganz zappelig werden lassen – will ich ausprobieren, unbedingt, sofort, da könnte man doch … – dann muss so ein Buch einfach auf den Wunschzettel und so bald wie möglich auch zu mir.

In den letzten Wochen bzw. Monaten gab es eine ganze Reihe solcher Bücher. Und die möchte ich euch nach und nach vorstellen.
Den Anfang macht heute „Papierschmuck“ von Barbara Baumann.

 
Buchtipp: Papierschmuck
 

Wir sind tagtäglich umgeben von ganz vielen ganz unterschiedlichen Papiersorten. Diese Vielfalt von Zeitungen, Büchern, Karten, Servietten, Bonbonpapieren und mehr bietet auch eine Vielfalt von Verarbeitungsmöglichkeiten.

In 55 Projekten, die nach den Papiersorten gegliedert sind, zeigt Barbara Baumann einen kreativen Blick auf das Material und vermittelt Techniken für den Umgang damit.
Da werden gefaltete Elemente zu Ketten und Armbändern, geschnittene und gerollte Streifen zu ganz unterschiedlichen Papierperlen oder genähte Papierstücke zu Broschen und Haarspangen. Manche Anregungen sind einfach nachzuarbeiten, andere wirken ein bisschen fummelig, wieder andere arg schräg. Alle aber sind prima Denkanstöße, wie man mit dem Papier, das überall herumliegt, mehr anfangen kann, als es nur in den Kontainer zu werfen.

Ergänzt werden die konkreten Projekte durch zusammenfassende Kapitel über Schmuck- und Schmuckherstellung, über Werkzeuge und Papiertechniken.
Das Buch ist aus schönem, glattem, seidig glänzendem Papier und reich bebildert. Ich mag immer wieder darin blättern und werde demnächst sicher einiges ausprobieren.
Die Ergebnisse zeige ich euch dann natürlich auch hier im Blog.

Barbara Baumann: Papierschmuck. 55 Projekte aus verschiedenen Papiersorten
Bern: Haupt Verlag 2013

 

Strickkette die erste

Ich mag es groß und bunt und leicht – warum also nicht mal Schmuck aus Wolle, ergänzt durch andere Materialien.

 
Strickkette
 

Die Strickliesel aus Grundschultagen (das ist sowas von lange her!) fand sich im großen Handarbeitskorb, lieferte die „Kette“. Dann ging’s weiter mit dem Nadelspiel um die Kugeln zu bestricken: Zunehmen, Kugel rein, abnehmen, nächste Kugel. Etwas fummelig, weil die Metallnadeln immer wieder aus den Maschen rutschen wollten (ich weiß, es gibt heute Bambusnadeln, die werde ich mir wohl noch zulegen). Aber irgendwann war’s geschafft und auch Anfang und Ende haben sich verbunden.

 
Strickkette
 

Rundum Strick, kein Verschluss (weil die Kette lang genug ist, um sie über den Kopf zu streifen), nix.
Da fehlte noch der kleine Pfiff – und kam in Form von Schmuckdraht, den ich seitlich der Kugeln um die Strickwurst gedreht habe. Fertig!

 
Strickkette
 

Was für Kugeln da drin sind? Nein, keine Holzkugeln (die wären mir schon wieder zu schwer).
Und hier kommt ein bisschen Upcycling zum Tragen: Kugeln aus Deorollern.
Die sammele ich schon lange, habe sie in verschiedenen Größen. Und deshalb geht’s demnächst mit dem Strickschmuck auch weiter. Oder mit ein bisschen Häkelschmuck. Wir werden sehen …

Und jetzt up damit – äh, ab damit zum creadienstag und zum Upcycling-Dienstag bei Nina.

 

Papierprojekte …

Es gibt da noch ein paar Anfänge von Papierprojekten, an denen ich demnächst weiterarbeiten werde.

 
Papierprojekte - ein Anfang
 

Alte Taschenbücher (und zwar solche, die auch in keinem öffentlichen Bücherschrank Leser finden würden) werden durch Falten zu Buchobjekten. Ich will verschiedene Techniken ausprobieren und sehen, wie diese Dinge dann zu dekorativen Wandbildern oder Skulpturen werden.

Alte Karten und Atlasseiten sind farbenfroh gemustert. Mal sehen, was man daraus falten und zusammenstellen kann. Ich vermute, es werden Mobiles entstehen.

 

Frühlings Mail Art – Zwischenstand

Letzte Woche war „meine“ Woche und ich hoffe, dass trotz der Feiertage die Karten gut angekommen sind.
Hier ein paar Bilder vom „making of“:

Türkisblauer Fotokarton in Postkartengröße geschnitten soll nun mit einer stilisierten Landschaft bedruckt werden.
Dazu ein Stück Rohrummantelung auf einen Holzstab schieben, fest mit Garn umwickeln, damit sich Strukturen ergeben, und dann einfärben.

 
Frühlingspost
 

Damit das Muster auf die Karten rollen.

 
Frühlingspost
 

Aus Laminierfolie habe ich „Travellers Mobil“ ausgeschnitten und damit über die Landschaft schabloniert, außerdem noch eine Sonne mit einem Flaschenverschluss gestempelt.

 
Frühlingspost
 

Nach dem Trocknen adressieren, einen Gruß schreiben, Briefmarken aufkleben und ab ging die Post.

Die Frühlingspost-Karten der ersten Halbzeit sehen übrigens so aus:

 
Frühlingspost
 

Ich freue mich über all die schönen Ideen, die die kreativen Postkartenschreiberinnen ausbrüten und umsetzen. Und ich bin gespannt, was noch kommen wird.