Neue Herausforderung

Kunstprojekt

Wie lange ist es her, dass ich das letzte Bild gemalt habe? Es war im Sommer, ich habe bei einem Kunstprojekt in Waldbröl teilgenommen.
Habe ich nicht erzählt? Wird nachgeholt, versprochen!
Jetzt ist ein neues Projekt am Start.

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Brauchen wir einen „Weltfrauentag“?

Der 8. März heißt in der langen Version „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“. Ich finde es ja schon bemerkenswert, dass die Rechte der Frau und der Weltfrieden in einem Atemzug genannt werden. Abgesehen davon habe ich jetzt mal ein bisschen nachgelesen, wie dieser Tag entstanden ist.

Es gibt verschiedene Aussagen dazu; wenn ich Wikipedia folge, dann fand der erste Frauentag im Februar 1909 in den USA statt, weil die Frauen um ihr Wahlrecht kämpften. In Deutschland war es Clara Zetkin, die sich für einen internationalen Frauentag einsetzte, wobei ganz klar das Frauenwahlrecht im Mittelpunkt stand. Der Tag etablierte sich (noch nicht mit dem festen Datum 8. März), der Themenschwerpunkt verlagerte sich durch den Ersten Weltkrieg, so dass er zu einem Aktionstag gegen den Krieg wurde. In der Folgezeit gab es keine regelmäßigen Frauentage, während der Nazi-Ära wurde stattdessen der Muttertag als Feiertag eingeführt – eine Frage des Frauenbildes. Der 8. März wurde trotzdem in privaten Kreisen (also ohne große Demonstrationen) gefeiert, ein Zeichen des Widerstandes. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlief die Entwicklung in Ost- und Westdeutschland unterschiedlich, im Westen lag der Schwerpunkt dieses Tages weiterhin auf Frieden und gegen Wiederbewaffnung. 1977 wurde der 8. März offiziell von den Vereinten Nationen zum Internationalen Frauentag ausgerufen.

Heute nun findet der 100. Weltfrauentag statt. Und wie am Anfang steht Gleichberechtigung im Zentrum der Forderungen. Es hat sich zwar viel geändert, einiges verbessert, aber der Weg ist noch weit. Immerhin, Frauen haben seit 1919 das Wahlrecht. Aber ein Ehemann durfte in Deutschland bis 1958 das Dienstverhältnis seiner Frau kündigen, verfügte über ihr Vermögen oder Einkommen (so sie eines hatte) und entschied überhaupt allein über eheliche Angelegenheiten. Erst 1977 wurde gesetzlich abgeschafft, dass eine Ehefrau ihren Mann um Erlaubnis fragen musste, wenn sie einen Beruf ausüben wollte. Ab diesem Zeitpunkt gab es dann auch keine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung zwischen den Eheleuten mehr. Wem von uns ist das heute noch bewusst?

Vieles ist von Frauen erstritten worden, aber auch heute noch sind wir in vielen Bereichen benachteiligt: geringerer Lohn für gleiche Arbeit, weniger Aufstiegschancen trotz guter Ausbildung (mehr Mädchen als Jungen machen Abitur, mehr Frauen als Männer schließen ihr Studium ab), um nur zwei Punkte zu nennen.

Frauen stehen sich aber auch gerne selber im Weg, wollen es allen recht machen, trauen sich – aufgrund von Erziehung oder „Behandlung“ – oft weniger zu. Sie haben einen anderen Stil, andere Prioritäten als Männer. Sie versuchen, die verschiedenen Bereiche ihres Lebens in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen – ausgesprochen sinnvoll ! – und ziehen dadurch beim beruflichen Positionen-Wettlauf den Kürzeren.

Und wenn ich dann auf der Straße höre, dass ein junges Mädchen sich von seinem Freund „Alte“ oder „Tusse“ oder schlimmeres nennen lässt, dann weiß ich:

Ja, wir brauchen den Weltfrauentag, damit wir Frauen selber nicht vergessen, dass noch viel zu tun ist. Emanzipation scheint kein Ziel zu sein, dass man erreichen kann, sondern um das jede einzelne immer wieder kämpfen muss.