Vernissage „unterwegs zuhause“

Im Frühjahr hatte ich euch die Einladung zur Vernissage gezeigt, aber ich habe gar nicht mehr erzählt, wie es war.
Schön war’s. Und richtig viele Leute waren da. Und die Presse. Und der Bürgermeister hat alle begrüßt, dann hat die Kulturbeauftrage ein paar Sätze zur Künstlerin und ihren Arbeiten gesagt und ich selber habe eine Kurzgeschichte gelesen, die zum Thema der Ausstellung passte (statt musikalischer Untermalung).

Ausnahmsweise habe ich mal nicht die Kamera in der Hand gehabt, dafür hat mein Schatz fotografiert. Ein paar Impressionen zeige ich euch heute.

Zuerst ein Blick hin und wieder zurück durch das Foyer unseres Rathauses. Die Stellwände boten viel Platz für meine Bilder; insgesamt hingen knapp 40 Werke in allen Größen, teils auf Leinwand, teils auf Papier.

Und dann ging es los mit Begrüßen und Reden und überhaupt.

Ich habe im Anschluss noch einige positive Rückmeldungen zur Ausstellung bekommen und so etwas tut natürlich richtig gut. Inzwischen traue ich mich auch zu sagen „Ich bin Künstlerin.“, wenn ich gefragt werde.

Ein paar der Bilder hatte ich früher schon hier gezeigt, ein paar zeige ich euch noch in den nächsten Tagen.

Beschränkter Durchblick

Noch ist Sommer, doch die Tage werden schon deutlich kürzer. Da liegt ein Gedanke an Teelichte nahe, oder?
Letztens habe ich von einer Freundin ein Lichtobjekt geschenkt bekommen. Ein hölzerner Teelicht-Halter mit einer stehenden Glasscheibe, mattiert bis auf einen Schriftzug.
Und prompt kam mein Schatz auf die Idee: Kann man so etwas nicht auch selber machen? Kann man.

Mein Anteil am Projekt: Gestaltung der Glasscheibe.
Schatzens Anteil: Der Ständer und das Mattieren der Scheibe.

Man nehme ein Blatt Papier, einen Filzstift, Maskierflüssigkeit (z.B. Rubbelkrepp aus der Aquarellmalerei), Pinsel und eine Glasscheibe.
Ich habe einen alten rahmenlosen Bildhalter im Format 13 x 18 cm dafür zerlegt.

Nachdem ich die Größe der Scheibe aufs Papier übertragen habe, habe ich eine einfache Zeichnung angelegt. Alles, was schwarz ist, soll später auf der Glasscheibe klar bleiben.
Die Glasplatte habe ich auf die Zeichnung gelegt und mit Tesafilm etwas fixiert.

Mit Pinsel und Maskierflüssigkeit lässt sich die Zeichnung auf das Glas übertragen. Wichtig: Die Maskierflüssigkeit muss recht dick aufgetragen werden, sie soll nämlich das blanke Glas schützen. Dann gründlich trocknen lassen.

Schatz hat eine gut ausgestattete Werkstatt. Und dort gibt es die Möglichkeit, Gegenstände zu sandstrahlen. Hinein mit der Glasplatte in die Kiste.

Per Druckluftpistole wird feiner Sand auf die Oberfläche geblasen, so dass sie aufgeraut und matt wird.

Nachdem ich den Staub abgewaschen und das Rubbelkrepp abgezogen habe, sieht die Platte so aus.

Aus einem alten Reststück Buchenholz hat Schatz mit Säge und Forstnerbohrer den Halter für die Glasplatte gemacht.

Abgeschliffen und mit Wachslasur überzogen, musste das Teil nur kurz trocknen, dann konnte die Glasplatte an ihren Platz.

Und am Abend, als es dunkel war, habe ich das Teelicht dann angezündet.

Wir haben schon beschlossen, dass wir noch andere Glas-Licht-Objekte bauen werden in der nächsten Zeit.
Jetzt aber erstmal ab zum creadienstag mit dem Leuchtturm-Licht.

Zweiteilig

Eigentlich waren das zwei Projekte.
Und jetzt ist quasi ein Twinset draus geworden …

Twinset

Im Frühjahr habe ich mir graues, glänzendes Garn gekauft (Micro von Junghans-Wolle, ich weiß, das ist „Plastik“) und eine Art Seelenwärmer gestrickt.

Twinset

Wenn man es einmal gestrickt hat, ist das Lochmuster leicht zu merken und strickt sich gut.

Twinset

Und weil ich wie üblich zu viel Garn eingekauft hatte, war noch einiges übrig. Die gleiche Qualität in hellsilbergrau lag noch im Schrank, aufgeriffelt von einem misslungen mehrfarbigen Projekt.
Was liegt also näher, als die beiden zu kombinieren und einen „Restepulli“ zu stricken?

Twinset

Nach Resten sieht er allerdings nicht aus, oder?
Hier habe ich zum ersten Mal „top-down“ gestrickt, also am Hals begonnen und ohne Naht nach unten gearbeitet.

Twinset

Ärmel mit Raglanschräge und Lochmuster. Ließ sich ebenfalls einfach stricken und ich war begeistert, wie gut das funktioniert mit dem „von oben herab“.
Anleitung gibt’s keine dafür, wieder mal nach Gefühl gestrickt.

Twinset

Auch wenn die beiden Lochmuster unterschiedlich sind, finde ich, dass Pulli und Jacke gut harmonieren.

Und weil jetzt endlich alle Fäden vernäht sind, ab damit zum creadienstag.
 

Schwimmende Walnüsse

Zum creadienstag gibt es ein ganz aktuelles Projekt mit einer Vorgeschichte von drei Jahren und einer Laufzeit von mindestens einem Jahr. Neugierig geworden?

Dann zuerst die Vorgeschichte:

Wir haben einen relativ jungen Walnussbaum im Garten, einen veredelten.
Will sagen einen, der nicht so schnell und nicht so hoch wächst und der trotzdem schon Früchte trägt.
Wenn Spätfröste nicht die jungen Austriebe und Blüten zu schwarzbraunen Trauerfloren werden lassen.
Und wenn nicht die Eichhörnchen und Krähen die Nüsse stibitzen, bevor wir sie ernten können.

Vor drei Jahren habe ich dann in den Commissaire-Bruno-Krimis von Martin Walker von einer Spezialität aus dem Périgord gelesen und dachte mir: Das ist die Lösung!

Man pflückt die Walnüsse in unreifem Zustand, grüne Hülle, weißlicher weicher Inhalt.
Sie werden geviertelt und mit Zucker, Schnaps und Rotwein angesetzt.
Sechs Wochen muss alles ziehen, kann dann abgeseiht und in Flaschen gefüllt werden, kommt Weihnachten als Aperitif auf den Tisch.
Klingt einfach und gut, klingt nach viel Natur und wurde gemacht.

Problem: Weihnachten war uns dieser „Vin de Noix“ viel zu herb. Die Gerbstoffe der Walnuss zogen uns alle Geschmacksnerven zusammen, auch ein leicht erhöhter Zuckerzusatz half nicht wirklich. War also nix, vergessen wir das.
Und die restlichen Flaschen landeten im Keller und wurden ebenfalls vergessen.

Zeitsprung: Anfang dieses Jahres habe ich beim Aufräumen im Keller zwei Flaschen Vin de Noix von 2014 gefunden. Gut abgelagert – aber noch genießbar?
An einem Sonntag im Januar haben wir eine Flasche geöffnet und ein wenig vom Inhalt in Sherry-Gläser gegossen. Dunkles Braunrot, ein würziger Duft und beim zaghaften Nippen ein runder, weicher Geschmack, der uns ein Lächeln ins Gesicht zauberte.
Nach fast drei Jahren Reifezeit war aus dem kratzigen Gebräu ein angenehm herber Trunk geworden. Damit war klar: Dieses Jahr machen wir neuen Vin de Noix.

Und so habe ich einige Walnüsse gepfückt, gewaschen und geviertelt, habe sie mit den abgemessenen Zutaten (Zucker, Obstler und Rotwein) in Gläser gefüllt, alles gut umgerührt und verschlossen.
In sechs Wochen werde ich abfüllen und dann – für mindestens ein Jahr ruhen lassen.

Das Rezept? Okay, hier kommt das Mischungsverhältnis, das dem Original von Commissaire Bruno in etwa entspricht:

6 grüne, unreife Walnüsse mit Schale
70 – 80 g Zucker (oder mehr, wenn man es süßer mag)
125 ml Obstler
1 l halbtrockener Rotwein

Und nun ab damit zum creadienstag.

Kennt ihr mich noch?

Fast vier Monate ist der letzte Blog-Beitrag her. Und das, obwohl ich eigentlich wieder regelmäßiger bloggen wollte.
Dann kam – mal wieder – Leben 1.0 dazwischen und ich hatte so gar keinen Kopf zum Schreiben. Also habe ich mich nicht unter Stress gesetzt und habe es bleiben gelassen.

Inzwischen ist Ruhe eingekehrt und ich starte einen neuen Versuch.
Und wenn ich so zurückdenke, gibt es sicher einiges, was ich euch noch zeigen und erzählen möchte. Schauen wir mal, was draus wird.

Eure Uta

Stille auf dem Blog

Ja, ich weiß, ich wollte regelmäßig bloggen.
Und dann kommen nur so spärliche Nachrichten – gar nicht gut.
Nein, ich werde keine Besserung geloben, ich versuche einfach, wieder mehr zu schreiben.

Kurzes Update:

Vor der Ausstellung habe ich ziemlich rotiert, weil ich einige Bilder noch unbedingt fertig bekommen wollte.
Die Vernissage war dann richtig schön (Bericht mit Bildern kommt noch). Die Bilder hängen jetzt noch drei Wochen, danach wandern sie (zum Teil) ins galerie.mobil.

Seit der Vernissage habe ich keinen Pinsel mehr angefasst, das „Künstlerzimmer“ sieht noch aus wie ein Schlachtfeld, unaufgeräumt und chaotisch (nein, das ist nicht immer so).
Vieles ist liegen geblieben, während ich mich aufs Malen fokussiert habe, das fordert seitdem Aufmerksamkeit.

Außerdem ist Frühling, will sagen: Der Garten ruft, und zwar laut.
Wenn das Wetter mitspielt – ich bin bekennende Schönwetter-Gärtnerin – und ich Zeit habe, dann geht’s raus.
Vor allem der Vorgarten hat eine Grundrenovierung nötig. Die bin ich jetzt angegangen, stecke noch mittendrin. Auch dazu demnächst mehr.

Und was habe ich bei Regenwetter gemacht? Meine Homepage komplett neu erstellt.
Das war nach einigen Jahren dringend nötig, denn die alte war zwar recht hübsch, aber nicht mehr „State of the Art“, will sagen, technisch völlig veraltet. Mit dieser Überarbeitung bin ich auch umgezogen.
Ihr findet mich jetzt unter:
www.uta-loesken.de

So viel erstmal für heute.
Ich wünsche euch einen sonnigen Frühling und sage:
Bis bald,
eure Uta